70-20-10-ModellWeiterbildung & LeadershipDie Idee: Das meiste lernt man im Job selbst, einiges von Kolleginnen und Kollegen und nur einen kleinen Teil in Kursen und Seminaren.Beispiel und Fachdefinition
BeispielJonas wird Teamleiter bei einem Maschinenbauer. Er übernimmt sofort ein schwieriges Projekt (Erfahrung), trifft sich alle zwei Wochen mit einer erfahrenen Abteilungsleiterin (Austausch) und besucht ein zweitägiges Führungsseminar (Training). Das Seminar ist der kleinste Baustein, wirkt aber erst, wenn er das Gelernte im Projekt anwenden kann.
Faustregel aus der Führungskräfteentwicklung, nach der berufliches Lernen zu etwa 70 Prozent aus Erfahrungen bei der Arbeit, zu 20 Prozent aus dem Austausch mit anderen und zu 10 Prozent aus formalen Trainings stammt. Die Verteilung geht auf Befragungen von Führungskräften zurück und ist kein gesicherter Messwert.
Die Verteilung geht auf Studien des Center for Creative Leadership aus den 1980er-Jahren zurück, in denen Führungskräfte gefragt wurden, welche Erfahrungen sie geprägt haben. Sie beschreibt also Erinnerungen, keine gemessene Lernwirkung. Wer mit dem Modell Kürzungen beim Trainingsbudget begründet, liest es falsch: Formale Trainings liefern oft das Handwerkszeug, das in der Praxis erst angewendet wird. Als Planungshilfe taugt es gut, um Seminare mit Praxisaufgaben, Feedback und Austausch zu verbinden. Was das für die Auswahl von Programmen heißt, steht in Führungskräfteentwicklung: Anbieter auswählen.
Active SourcingPersonalvermittlungStatt zu warten, bis sich jemand bewirbt, sucht die Firma selbst nach passenden Leuten, zum Beispiel auf LinkedIn, und schreibt sie direkt an.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Softwarehaus in Leipzig findet seit Monaten keine DevOps-Engineerin. Recruiterin Sara durchsucht LinkedIn, Xing und GitHub nach Profilen mit passender Erfahrung und schreibt die Personen persönlich an. In jeder Nachricht bezieht sie sich auf ein konkretes Projekt der Person und nennt Aufgabe und Gehaltsrahmen. Wer nicht antwortet, bekommt eine Erinnerung, danach ist Schluss.
Proaktive Suche und Ansprache potenzieller Kandidaten durch das Unternehmen selbst, etwa über berufliche Netzwerke, Lebenslaufdatenbanken oder Fach-Communities. Anders als Direct Search liegt sie meist bei internen Recruitern. Die Verarbeitung der Profildaten muss den Vorgaben der DSGVO genügen.
Active Sourcing liegt meist beim internen Recruiting; übernimmt eine Personalberatung die Suche und Ansprache, spricht man eher von Direct Search. Öffentlich sichtbare Profildaten dürfen für die Ansprache genutzt werden, wenn das berechtigte Interesse des Unternehmens überwiegt (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO). Spätestens mit der ersten Nachricht muss die Person erfahren, woher die Daten stammen und wofür sie verwendet werden (Art. 14 Abs. 3 DSGVO); wer kein Interesse hat, wird gelöscht. Wo KI dabei hilft und wo sie rechtlich heikel wird, beschreibt KI im Recruiting.
ADKAR-ModellEin Modell, das zeigt, was ein einzelner Mensch braucht, um bei einer Veränderung mitzugehen: verstehen, warum; es wollen; wissen, wie; es können; und dabeibleiben.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEine Versicherung führt ein neues Schadensystem ein. Sachbearbeiter Ralf weiß, warum (Awareness), sieht aber keinen Vorteil für sich (Desire fehlt). Statt ihn sofort in die Schulung zu schicken, zeigt ihm seine Teamleiterin, wie viel Doppelerfassung wegfällt. Danach folgen Training, Übung an echten Fällen und Rückmeldung zu den ersten Vorgängen im neuen System.
Change-Modell des Beratungsunternehmens Prosci, das individuelle Veränderung in fünf aufeinanderfolgende Bausteine gliedert: Awareness (Bewusstsein), Desire (Wunsch), Knowledge (Wissen), Ability (Fähigkeit) und Reinforcement (Verstärkung). Ansatzpunkt ist der einzelne Beschäftigte.
Die Bausteine bauen aufeinander auf: Fehlt ein frühes Element, bringen spätere Maßnahmen wenig, etwa eine Schulung für Menschen, die den Sinn der Veränderung nicht sehen. Mit dem Modell lässt sich deshalb gut herausfinden, an welcher Stelle Einzelne oder Teams hängen. Entwickelt hat es Jeff Hiatt, der Gründer von Prosci; Prosci bietet dazu kostenpflichtige Zertifizierungen an. Wie ADKAR sich zu Lewin und Kotter verhält, zeigt Change-Management-Modelle.
AI Act (KI-Verordnung)Ein EU-Gesetz für künstliche Intelligenz. Je gefährlicher ein KI-Programm für Menschen werden kann, desto strengere Regeln gelten, bis hin zum Verbot.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Handelsunternehmen nutzt einen KI-Chatbot für Fragen zum Urlaubsantrag und eine Software, die Bewerbungen vorsortiert. Beim Chatbot muss erkennbar sein, dass eine KI antwortet. Die Vorsortierung gilt als Hochrisiko-KI: Dafür braucht es geschulte Menschen, die die Ergebnisse prüfen, aufbewahrte Protokolle und eine vorherige Information von Betriebsrat und Beschäftigten.
Verordnung (EU) 2024/1689, die KI-Systeme nach Risiko einordnet: verbotene Praktiken, Hochrisiko-KI, Systeme mit Transparenzpflichten und übrige Anwendungen. Arbeitgeber, die KI einsetzen, sind meist Betreiber im Sinne der Verordnung. Die Pflichten gelten gestaffelt, Verbote und KI-Kompetenz seit 2. Februar 2025.
Die Verordnung unterscheidet Anbieter, die ein KI-System entwickeln oder unter eigenem Namen vertreiben, und Betreiber, die es in eigener Verantwortung nutzen; Personalabteilungen sind fast immer Betreiber. Seit 2. Februar 2025 ist unter anderem Emotionserkennung am Arbeitsplatz verboten, außerdem müssen Unternehmen Maßnahmen zur KI-Kompetenz ergreifen. Die Pflichten für Hochrisiko-KI im Personalbereich gelten nach dem Digital Omnibus ab 2. Dezember 2027. Unabhängig davon hat der Betriebsrat bei technischen Systemen, die Verhalten oder Leistung überwachen können, mitzubestimmen. Was im Personalbereich wann gilt, beschreibt AI Act: Pflichten für HR.
Applicant Tracking System (ATS)HR-SoftwareEin Programm, in dem eine Firma alle Bewerbungen sammelt und bearbeitet, von der Stellenanzeige über Rückfragen bis zur Zu- oder Absage.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Pflegedienst mit acht Standorten bekam Bewerbungen bisher per Mail, Post und WhatsApp. Mit einem ATS landen alle in einem System: Die Standortleitungen sehen nur ihre eigenen Stellen, Eingangsbestätigungen gehen automatisch raus, und Unterlagen abgelehnter Bewerber werden nach der festgelegten Frist gelöscht.
Bewerbermanagementsystem, das Stellenausschreibung, Bewerbungseingang, Kommunikation mit Kandidaten, Auswahlschritte und Abstimmung mit Fachbereichen digital abbildet. KI-Funktionen zum Filtern oder Bewerten von Bewerbungen fallen nach der KI-Verordnung unter Hochrisiko-KI.
Bei der Auswahl kommt es auf Multiposting auf Jobbörsen, ein Rollen- und Rechtekonzept, automatische Löschfristen und eine Schnittstelle zum HRIS an. Unterlagen abgelehnter Bewerber werden meist einige Monate aufbewahrt, weil Ansprüche nach dem AGG innerhalb von zwei Monaten schriftlich geltend gemacht werden müssen (§ 15 Abs. 4 AGG). Sortiert oder bewertet das System Bewerbungen mit KI, gelten die Regeln für Hochrisiko-KI; in Betrieben mit Betriebsrat ist die Einführung mitbestimmungspflichtig. Kriterien für die Auswahl stehen im Ratgeber HR-Software auswählen.
Arbeitnehmerüberlassung (AÜ)ZeitarbeitEine Firma leiht sich Arbeitskräfte von einer anderen Firma aus. Die Leute arbeiten im Betrieb mit, angestellt und bezahlt sind sie aber bei der Zeitarbeitsfirma.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Logistikzentrum bei Kassel braucht für das Weihnachtsgeschäft zusätzliche Lagerkräfte. Es schließt einen Überlassungsvertrag mit einer Zeitarbeitsfirma, die eigene Angestellte schickt. Die Schichtleitung im Lager sagt ihnen, was zu tun ist; Lohn, Urlaub und Krankmeldungen laufen über die Zeitarbeitsfirma, die dem Lager pro Stunde einen Verrechnungssatz berechnet.
Ein Arbeitgeber (Verleiher) überlässt eigene Arbeitnehmer im Rahmen seiner wirtschaftlichen Tätigkeit einem Dritten (Entleiher), der sie nach seinen Weisungen einsetzt. Der Verleiher braucht eine Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit, der Vertrag muss ausdrücklich als Arbeitnehmerüberlassung bezeichnet sein (§ 1 AÜG).
Den Unterschied zum Werk- oder Dienstvertrag macht, wer die Weisungen gibt. Bei der Überlassung ist das der Einsatzbetrieb, beim Werkvertrag steuert der Auftragnehmer seine Leute selbst. Fehlt dem Verleiher die Erlaubnis oder ist die Überlassung im Vertrag nicht ausdrücklich bezeichnet und die Person nicht benannt, gilt ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher als zustande gekommen (§§ 9, 10 AÜG), es sei denn, der Leiharbeitnehmer erklärt fristgerecht, beim Verleiher bleiben zu wollen. Dazu kommen die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten und der Equal-Pay-Grundsatz. Welche Pflichten beim Entleiher liegen, beschreibt der Ratgeber AÜG-Pflichten für Entleiher.
ArbeitszeiterfassungFirmen müssen aufschreiben, wann ihre Leute mit der Arbeit anfangen, wann sie aufhören und wie lange sie arbeiten. Das gilt grundsätzlich für alle Angestellten, auch im Büro.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEine Werbeagentur mit 25 Leuten hatte bisher Vertrauensarbeitszeit ohne Aufzeichnungen. Jetzt tragen alle Beginn, Ende und Pausen in eine App ein, auch die Stunde, in der abends noch Mails beantwortet werden. Vertrauensarbeitszeit bleibt möglich: Die Agentur kontrolliert nicht jede Minute, muss die Zeiten aber vorliegen haben.
Pflicht des Arbeitgebers, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit seiner Beschäftigten zu erfassen. Das BAG hat sie am 13. September 2022 (1 ABR 22/21) aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG abgeleitet. Eine ausdrückliche Regelung im Arbeitszeitgesetz liegt Stand Oktober 2026 nur als Referentenentwurf vor.
Das Bundesarbeitsgericht hat die Pflicht aus dem Arbeitsschutzgesetz abgeleitet und sich dabei auf das Urteil des EuGH vom 14. Mai 2019 (C-55/18) gestützt. Eine bestimmte Form schreibt die Rechtsprechung bisher nicht vor: Papier, Tabelle oder App sind möglich, und die Aufzeichnung darf an die Beschäftigten delegiert werden, wenn der Arbeitgeber sie kontrolliert. Wird ein elektronisches System eingeführt, hat der Betriebsrat mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Details und Entwurfsstand: Arbeitszeiterfassung: Stand.
AufhebungsvertragOutplacementChefin und Angestellter einigen sich, dass das Arbeitsverhältnis an einem bestimmten Tag endet. Niemand kündigt, beide unterschreiben auf Papier.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Autozulieferer baut eine Abteilung ab. Statt zu kündigen, bietet er Teamleiter Murat einen Aufhebungsvertrag an: Ende zum 30. Juni, eine Abfindung und eine bezahlte Outplacement-Beratung. Murat bekommt eine Woche Bedenkzeit und lässt sich vor der Unterschrift beraten, weil ihm sonst eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld drohen kann.
Vertrag, mit dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu einem vereinbarten Zeitpunkt beenden. Er bedarf der Schriftform (§ 623 BGB); Kündigungsfristen, Kündigungsschutz und Betriebsratsanhörung greifen nicht. Für Beschäftigte kann er eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld auslösen.
Die Schriftform verlangt eigenhändige Unterschriften beider Seiten auf derselben Urkunde; E-Mail, Scan oder elektronische Signatur reichen nicht (§ 623 BGB). Ein gesetzliches Widerrufsrecht gibt es nicht, das BAG prüft aber, ob das Gebot fairen Verhandelns verletzt wurde, etwa durch Überrumpelung in einer Drucksituation (BAG, 7. Februar 2019, 6 AZR 75/18). Arbeitgeber sollten deshalb Bedenkzeit einräumen und die Folgen für das Arbeitslosengeld offen ansprechen. Wie man das Gespräch dazu führt, beschreibt Trennungsgespräch führen.
Beitragsbemessungsgrenze (BBG)Payroll-OutsourcingBis zu einer bestimmten Gehaltshöhe werden Beiträge für Rente, Krankenkasse und Co. fällig. Auf alles, was jemand mehr verdient, fallen keine Beiträge an.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel 2026: Bereichsleiterin Anke verdient 9.000 Euro brutto im Monat. Rentenversicherungsbeiträge werden nur auf 8.450 Euro berechnet, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge nur auf 5.812,50 Euro. Ihr Kollege mit 4.000 Euro zahlt dagegen auf sein volles Gehalt Beiträge.
Obergrenze, bis zu der Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung beitragspflichtig ist; darüber liegende Beträge sind beitragsfrei. 2026 liegt sie in der Renten- und Arbeitslosenversicherung bei 8.450 Euro, in der Kranken- und Pflegeversicherung bei 5.812,50 Euro im Monat.
Die Grenzen werden jedes Jahr per Verordnung an die Lohnentwicklung angepasst; seit 2025 gilt in der Rentenversicherung ein bundeseinheitlicher Wert für Ost und West. Nicht zu verwechseln ist die BBG mit der Versicherungspflichtgrenze der Krankenversicherung (Jahresarbeitsentgeltgrenze), ab der Beschäftigte in die private Krankenversicherung wechseln können; sie liegt höher. Für die Gehaltsplanung heißt das: Erhöhungen oberhalb der Grenze lösen in diesen Zweigen keine zusätzlichen Beiträge aus. Alle Werte für 2026 und den Entwurf für 2027 listet Sozialversicherung: Rechengrößen 2026.
Betriebliche Altersversorgung (bAV)Benefits & BGMDie Firma hilft beim Sparen für die Rente. Ein Teil vom Gehalt oder ein Zuschuss der Firma fließt in einen Vertrag, der später eine Zusatzrente zahlt.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Lena wandelt monatlich 200 Euro ihres Bruttogehalts in eine Direktversicherung um. Weil ihr Arbeitgeber dadurch Sozialversicherungsbeiträge spart, muss er 15 Prozent des umgewandelten Betrags dazugeben, also 30 Euro. Insgesamt fließen 230 Euro im Monat in ihren Vertrag; versteuert wird erst die spätere Rente.
Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung, die ein Arbeitgeber aus Anlass des Arbeitsverhältnisses zusagt (§ 1 BetrAVG). Beschäftigte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, haben einen Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG). Umgesetzt wird die bAV über fünf Durchführungswege, etwa Direktversicherung oder Pensionskasse.
Die fünf Durchführungswege sind Direktzusage, Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Spart der Arbeitgeber durch eine Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge, muss er bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds 15 Prozent des umgewandelten Betrags als Zuschuss zahlen (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Gleich welcher Weg gewählt wird: Der Arbeitgeber steht dafür ein, dass die zugesagte Leistung erbracht wird (§ 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG). Wie die bAV mit anderen Benefits zusammenspielt, zeigt der Überblick Mitarbeiter-Benefits.
Betriebliche Krankenversicherung (bKV)Benefits & BGMDie Firma schließt für ihre Leute eine Zusatzversicherung zur Krankenkasse ab und bezahlt sie, etwa für Zahnersatz, Brille oder Einzelzimmer im Krankenhaus.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Steuerbüro mit 15 Angestellten bietet allen eine bKV mit einem jährlichen Gesundheitsbudget an, das jede Person für Brille, Zahnreinigung oder Vorsorge nutzen kann. Die Beiträge zahlt das Büro direkt an den Versicherer. Liegt der Monatsbeitrag zusammen mit anderen Sachbezügen nicht über 50 Euro, bleibt er für die Beschäftigten steuer- und beitragsfrei.
Private Krankenzusatzversicherung, die der Arbeitgeber für seine Beschäftigten abschließt und bezahlt, etwa für Zahnersatz, Vorsorge oder stationäre Leistungen. Erhalten Beschäftigte nur den Versicherungsschutz und keinen Geldanspruch, kann der Beitrag unter die 50-Euro-Sachbezugsfreigrenze fallen.
Ob die 50-Euro-Freigrenze greift, hängt nach der Rechtsprechung des BFH davon ab, dass Beschäftigte nur Versicherungsschutz und keinen Anspruch auf Geld erhalten. Die Freigrenze gilt für alle Sachbezüge eines Monats zusammen: Kommt ein Gutschein dazu und wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Beim Vergleich von Tarifen lohnt der Blick darauf, ob bestehende Erkrankungen ohne Gesundheitsprüfung mitversichert sind und ob Angehörige hinzukommen können. Wie man Benefit-Anbieter vergleicht, zeigt Benefits-Anbieter auswählen.
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)Benefits & BGMAlles, was eine Firma planvoll tut, damit ihre Leute gesund bleiben: sichere Arbeitsplätze, Unterstützung nach langer Krankheit und Angebote wie Rückenkurse.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEine Spedition stellt fest, dass viele Fahrer über Rückenschmerzen klagen. Sie lässt die Belastungen in einer Gefährdungsbeurteilung prüfen, schafft bessere Sitze an und bezahlt einen zertifizierten Rückenkurs. Den Kurs kann sie bis 600 Euro pro Person und Jahr steuerfrei übernehmen, wenn er zusätzlich zum Lohn kommt.
Systematische Steuerung betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen, von Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung über betriebliches Eingliederungsmanagement bis zur Gesundheitsförderung. Zertifizierte Präventionsleistungen kann der Arbeitgeber bis 600 Euro im Jahr steuerfrei finanzieren (§ 3 Nr. 34 EStG).
BGM ruht auf drei Säulen: dem vorgeschriebenen Arbeitsschutz, dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), das Arbeitgeber anbieten müssen, wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren (§ 167 Abs. 2 SGB IX), und der freiwilligen Gesundheitsförderung. Steuerfrei nach § 3 Nr. 34 EStG sind nur Leistungen, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn erbracht werden und zertifiziert sind oder den Kriterien der Krankenkassen für Prävention entsprechen. Mitgliedsbeiträge für Fitnessstudios fallen nicht darunter, können aber als Sachbezug unter die 50-Euro-Freigrenze fallen. Alle Freigrenzen im Überblick: Sachbezüge und Benefits steuerfrei.
BetriebsvereinbarungEin Vertrag zwischen Firmenleitung und Betriebsrat, der Regeln für alle Angestellten im Betrieb festlegt, zum Beispiel zu Homeoffice oder Arbeitszeiten. Er wirkt wie ein kleines Gesetz für den Betrieb.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Maschinenbauer mit 300 Beschäftigten will eine neue Zeiterfassung einführen. Geschäftsführung und Betriebsrat handeln eine Betriebsvereinbarung aus: welche Daten erfasst werden, wer sie sehen darf und dass sie nicht zur Leistungskontrolle genutzt werden. Beide Seiten unterschreiben, danach gilt sie für alle Beschäftigten des Betriebs.
Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, etwa zu Arbeitszeit, Software-Einsatz oder mobiler Arbeit, schriftlich oder elektronisch geschlossen (§ 77 Abs. 2 BetrVG). Sie gilt unmittelbar und zwingend für die Beschäftigten (§ 77 Abs. 4). Arbeitsentgelte und Arbeitsbedingungen, die durch Tarifvertrag geregelt sind oder üblicherweise geregelt werden, sind ihr grundsätzlich entzogen (§ 77 Abs. 3).
Weicht ein Arbeitsvertrag zum Nachteil der Beschäftigten ab, setzt sich die Betriebsvereinbarung durch; günstigere Einzelabreden bleiben wirksam (Günstigkeitsprinzip). Gekündigt werden kann sie mit einer Frist von drei Monaten (§ 77 Abs. 5); in mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten gilt sie danach weiter, bis eine neue Abmachung sie ersetzt (§ 77 Abs. 6). Bei der Einführung von HR-Software ist sie das übliche Instrument, um Zweck, Datenumfang und Auswertungen festzulegen. Wie das in der Praxis abläuft: HR-Software und Betriebsrat.
BranchenzuschlagZeitarbeitZeitarbeitskräfte bekommen in manchen Branchen, etwa in der Metallindustrie, einen Aufschlag auf ihren Lohn. Je länger sie dort im Einsatz sind, desto höher wird er.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Leiharbeitnehmer arbeitet als Maschinenbediener in einem Metallbetrieb. Nach sechs vollendeten Wochen im Einsatz bekommt er den ersten Branchenzuschlag auf seinen Tarifstundenlohn, in den folgenden Monaten steigt der Zuschlag in Stufen. Der Verleiher gibt die Mehrkosten über einen höheren Verrechnungssatz an den Metallbetrieb weiter.
Tariflicher Aufschlag auf das Zeitarbeitsentgelt für Einsätze in bestimmten Branchen, etwa in der Metall- und Elektroindustrie. Er steigt stufenweise mit der Einsatzdauer und soll das Entgelt an das der Stammbelegschaft heranführen. Geregelt ist er in eigenen Tarifverträgen über Branchenzuschläge.
Tarifverträge über Branchenzuschläge gibt es unter anderem für die Metall- und Elektroindustrie, die chemische Industrie und die Kunststoffverarbeitung; abgeschlossen werden sie zwischen den Zeitarbeitsverbänden und DGB-Gewerkschaften. Ob ein Zuschlag greift, richtet sich nach der Branche des Einsatzbetriebs. Welche Tätigkeit jemand dort ausübt, spielt keine Rolle. Weil sie das Entgelt stufenweise anheben, erlauben sie, länger als neun Monate vom Equal Pay abzuweichen, höchstens bis zum Ende des 15. Monats (§ 8 Abs. 4 Satz 2 AÜG). Entleiher sollten dem Verleiher das Vergleichsentgelt ihrer Stammbelegschaft nennen, weil der Zuschlag teils daran begrenzt ist. Wie sich Zuschläge auf den Stundenpreis auswirken, zeigt die Übersicht Was kostet Zeitarbeit?.
Candidate ExperienceEmployer BrandingWie sich eine Bewerbung für die Bewerberin anfühlt: Wie leicht ist das Formular, wie schnell kommt eine Antwort, wie freundlich sind die Gespräche, wie fair ist die Absage?Beispiel und Fachdefinition
BeispielTim bewirbt sich bei zwei Versicherungen. Die eine verlangt ein Benutzerkonto und ein Anschreiben und meldet sich drei Wochen lang nicht. Die andere nimmt den Lebenslauf per Upload, bestätigt den Eingang sofort und schlägt einen Gesprächstermin vor. Tim sagt der ersten später ab, obwohl sie mehr zahlt, und erzählt im Freundeskreis davon.
Gesamteindruck, den Bewerber über alle Kontaktpunkte des Bewerbungsprozesses von einem Unternehmen gewinnen, von der Stellenanzeige über Kommunikation und Interviews bis zur Zu- oder Absage. Gemessen wird sie meist mit Befragungen nach Abschluss des Verfahrens.
Eine schlechte Erfahrung wirkt über die einzelne Bewerbung hinaus, weil Bewerber auf Bewertungsportalen und im Bekanntenkreis davon berichten und bei Konsumgütern oft auch Kunden sind. Messen lässt sie sich mit kurzen Befragungen nach Zu- und Absage, mit der Abbruchquote im Bewerbungsformular und mit Antwortzeiten. Vieles lässt sich mit wenig Aufwand verbessern, etwa mit einer Eingangsbestätigung, realistischen Zeitangaben und einer Absage nach dem Interview, die einen Grund nennt. Welche Kennzahlen sich dafür eignen: Employer-Branding-KPIs.
Change ManagementWenn sich in einer Firma etwas Großes ändert, etwa eine neue Software oder eine neue Struktur, sorgt Change Management dafür, dass die Leute verstehen, warum, und mitmachen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Familienunternehmen mit 400 Beschäftigten stellt auf feste Projektteams um. Die Geschäftsführung erklärt den Grund in Teamrunden, eine Pilotabteilung startet zuerst, Führungskräfte werden für ihre neue Rolle geschult, und Fragen werden in einer offenen Sprechstunde gesammelt. Nach dem Pilot passt das Unternehmen die Regeln an, bevor alle umstellen.
Planung, Steuerung und Begleitung von Veränderungen in Organisationen, etwa Umstrukturierungen, Software-Einführungen oder Strategiewechsel, damit die Beschäftigten sie verstehen und mittragen. Bekannte Modelle stammen unter anderem von Kurt Lewin, John Kotter und Prosci (ADKAR).
Lewin beschreibt Veränderung als Auftauen, Verändern und Wiedereinfrieren, Kotter in acht Schritten von der Dringlichkeit bis zur Verankerung in der Kultur, ADKAR aus Sicht des einzelnen Beschäftigten. Die oft zitierte Zahl, 70 Prozent aller Veränderungsprojekte scheiterten, ist empirisch nicht belegt. HR übernimmt in solchen Projekten meist Kommunikation, Qualifizierung und die Einbindung des Betriebsrats, wenn sich Arbeitsabläufe oder technische Systeme ändern. Die gängigen Modelle im Vergleich: Change-Management-Modelle.
CoachingBusiness CoachingEin Coach stellt Fragen und hilft jemandem, für ein berufliches Problem selbst eine Lösung zu finden. Was zu tun ist, sagt er nicht. Er hilft beim Sortieren.Beispiel und Fachdefinition
BeispielMelanie leitet seit drei Monaten ein Team, in dem sie vorher Kollegin war. Ihr Arbeitgeber bezahlt ihr sechs Sitzungen bei einer Business-Coachin. Dort klärt sie, wie sie Aufgaben verteilt, ohne alte Freundschaften zu beschädigen, und spielt das schwierige Gespräch mit einem Kollegen durch, der die Stelle ebenfalls wollte.
Zeitlich begrenzte, zielorientierte Beratung einer Person oder eines Teams, bei der ein Coach hilft, Anliegen zu klären und eigene Lösungen zu entwickeln, statt Lösungen vorzugeben. Die Bezeichnung Coach ist in Deutschland nicht geschützt; Qualitätshinweise sind Ausbildung, Verbandsmitgliedschaft und Supervision.
Training vermittelt Wissen, Mentoring gibt eigene Erfahrung weiter, Coaching setzt auf die Lösungen der gecoachten Person. Von Psychotherapie grenzt es sich ab, weil es keine psychischen Erkrankungen behandelt. Da die Bezeichnung nicht geschützt ist, lohnt der Blick auf die Ausbildung, die Mitgliedschaft in Verbänden wie DBVC oder ICF und regelmäßige Supervision. Im Unternehmen sollte vorab vereinbart sein, was der Auftraggeber aus dem Coaching erfährt. Wie man einen passenden Coach findet: Business Coach finden.
Cost per HireWas eine Firma im Schnitt ausgibt, um eine neue Person einzustellen: Anzeigen, Vermittler, Messen und die Arbeitszeit im Recruiting, geteilt durch die Zahl der Einstellungen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Onlinehändler gibt im Jahr 60.000 Euro für Stellenanzeigen und Vermittlungshonorare aus und rechnet 90.000 Euro für sein Recruiting-Team und die Bewerbersoftware dazu. Bei 50 Einstellungen ergibt das eine Cost per Hire von 3.000 Euro.
Recruiting-Kennzahl: Summe der internen und externen Rekrutierungskosten eines Zeitraums geteilt durch die Zahl der Einstellungen in diesem Zeitraum. Extern zählen etwa Stellenanzeigen, Messen oder Vermittlungshonorare, intern die Personal- und Systemkosten des Recruitings.
Aussagekräftig wird die Kennzahl erst, wenn interne Kosten mitgezählt und Stellenarten getrennt betrachtet werden; eine Führungskraft über eine Personalberatung kostet ein Vielfaches einer Aushilfe. Eine niedrige Cost per Hire ist kein Erfolg, wenn Neueingestellte schnell wieder gehen. Deshalb wird sie zusammen mit Quality of Hire und Fluktuation gelesen. Honorare externer Vermittler vergleicht Kosten der Personalvermittlung.
DienstradleasingBenefits & BGMDie Firma least ein Fahrrad oder E-Bike und gibt es einer Angestellten, die damit auch privat fahren darf. Oft wird die Rate vom Bruttogehalt abgezogen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Pia least über ihren Arbeitgeber per Gehaltsumwandlung ein E-Bike mit einer Preisempfehlung von 4.000 Euro. Ein Viertel davon sind 1.000 Euro, davon 1 Prozent: Pia versteuert monatlich 10 Euro als geldwerten Vorteil. Bekäme sie das Rad zusätzlich zum Gehalt, bliebe der Vorteil für sie steuerfrei.
Der Arbeitgeber least Fahrräder oder E-Bikes und überlässt sie Beschäftigten auch zur privaten Nutzung, oft finanziert über Gehaltsumwandlung. Kommt die Überlassung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn, ist der Vorteil steuerfrei (§ 3 Nr. 37 EStG). Bei Gehaltsumwandlung wird monatlich 1 Prozent eines Viertels der unverbindlichen Preisempfehlung als geldwerter Vorteil versteuert (Ländererlasse vom 9. Januar 2020).
Die Viertelregel gilt für Räder, die zwischen 2019 und Ende 2030 erstmals überlassen werden; die Preisempfehlung wird dafür auf volle 100 Euro abgerundet. E-Bikes, die über 25 km/h hinaus unterstützen (S-Pedelecs), gelten steuerlich als Kraftfahrzeuge und fallen unter die Dienstwagenregeln. Bei Gehaltsumwandlung sinken auch die Sozialversicherungsbeiträge und damit leicht die späteren Rentenansprüche. Der Überlassungsvertrag sollte regeln, was bei Elternzeit, langer Krankheit oder Kündigung mit den Raten passiert. Alle Freigrenzen und Freibeträge: Sachbezüge und Benefits steuerfrei.
Direct SearchExecutive SearchEine Personalberatung sucht selbst nach passenden Leuten, die gar keinen neuen Job suchen, und ruft sie direkt an, um sie für eine Stelle zu gewinnen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Medizintechnik-Hersteller sucht eine Vertriebsleiterin für Skandinavien. Die beauftragte Beratung listet zuerst Wettbewerber und vergleichbare Firmen auf, findet dort Personen in passenden Funktionen und ruft sie diskret an. Wer Interesse zeigt, wird ausführlich interviewt; erst danach erfährt der Kunde Namen.
Methode der Personalberatung, bei der ein Berater geeignete Kandidaten selbst aufspürt und persönlich anspricht, statt auf Bewerbungen zu warten. Grundlage ist eine Recherche nach Zielunternehmen und Funktionen. Direct Search ist der Kern des Executive Search.
Ein erster Anruf am Arbeitsplatz ist nach der Rechtsprechung des BGH zulässig, wenn er kurz bleibt und nur klärt, ob Interesse besteht, und gegebenenfalls einen späteren Kontakt vereinbart (BGH, 4. März 2004, I ZR 221/01). Auch hier gelten die Informationspflichten der DSGVO gegenüber den angesprochenen Personen. Anders als beim Active Sourcing übernimmt ein externer Berater Recherche und Erstansprache, meist auf Retainer-Basis. Was ins Suchprofil gehört, steht im Ratgeber Executive-Search-Briefing.
ELStAMPayroll-OutsourcingDie Angaben, die eine Firma braucht, um die Lohnsteuer richtig abzuziehen, etwa die Steuerklasse oder Kinder. Die Firma ruft sie digital bei der Finanzverwaltung ab.Beispiel und Fachdefinition
BeispielClara fängt am 1. März bei einer Bäckereikette an und nennt nur ihre Steuer-Identifikationsnummer und ihr Geburtsdatum. Das Lohnbüro meldet sie beim Bundeszentralamt für Steuern an und erhält ihre Steuerklasse IV und einen Kinderfreibetrag von 0,5. Bekommt sie im Sommer ein zweites Kind, erhält die Firma die geänderten Merkmale automatisch für die nächste Abrechnung.
Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale wie Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Kirchensteuermerkmal und eingetragene Freibeträge. Arbeitgeber rufen sie beim Bundeszentralamt für Steuern ab und legen sie dem Lohnsteuerabzug zugrunde (§ 39e EStG).
Für den Abruf braucht der Arbeitgeber Identifikationsnummer und Geburtsdatum und muss angeben, ob es sich um das Haupt- oder ein Nebenarbeitsverhältnis handelt. Kann er die Merkmale nicht abrufen, gilt grundsätzlich Steuerklasse VI; nur wenn die Beschäftigten das nicht zu vertreten haben, darf er höchstens drei Kalendermonate lang die voraussichtlichen Merkmale verwenden (§ 39c EStG). Endet das Arbeitsverhältnis, muss er die Person abmelden, damit der nächste Arbeitgeber die Merkmale korrekt abrufen kann. Wie eine ausgelagerte Abrechnung das übernimmt: Lohnabrechnung auslagern.
Employee Net Promoter Score (eNPS)Employer BrandingEine einzige Frage an die Belegschaft: Würdest du deinen Arbeitgeber Freunden empfehlen? Aus den Antworten entsteht eine Zahl, die zeigt, wie die Stimmung ist.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Bei einer Befragung in einem Callcenter antworten 200 Beschäftigte. 60 geben eine 9 oder 10 (30 Prozent Promotoren), 80 eine 7 oder 8, und 60 eine 0 bis 6 (30 Prozent Detraktoren). Der eNPS liegt bei 30 minus 30, also bei 0.
Kennzahl aus einer Frage: Wie wahrscheinlich empfehlen Sie diesen Arbeitgeber weiter? Antworten auf einer Skala von 0 bis 10; der Wert ist der Anteil der Promotoren (9 und 10) minus dem Anteil der Detraktoren (0 bis 6). Er reicht von −100 bis +100 und ist an den Net Promoter Score von Bain angelehnt.
Die mittleren Antworten 7 und 8 fallen aus der Rechnung heraus, deshalb kann sich der Wert spürbar ändern, wenn wenige Personen eine Stufe springen. Der eNPS zeigt eine Richtung, aber keine Ursachen; sinnvoll ist er zusammen mit einer offenen Frage nach dem Grund. In kleinen Teams muss die Auswertung so angelegt sein, dass Einzelne nicht erkennbar sind; elektronische Befragungen können in Betrieben mit Betriebsrat mitbestimmungspflichtig sein. Wie der eNPS neben anderen Kennzahlen eingeordnet wird: Employer-Branding-KPIs.
Employer BrandingEmployer BrandingEine Firma arbeitet daran, als guter Arbeitgeber bekannt zu sein, damit sich Leute dort bewerben. Wichtig ist, dass das Bild nach außen zum echten Arbeitsalltag passt.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Elektrohandwerksbetrieb in Würzburg findet kaum Auszubildende. Statt Hochglanzfotos zeigt er auf Instagram und der Karriereseite echte Baustellen, lässt Azubis selbst erzählen und nennt die Ausbildungsvergütung offen. Kennenlerngespräche sind auch samstags möglich. Was Bewerber online sehen, erleben sie später auch im Betrieb.
Aufbau und Pflege einer Arbeitgebermarke, damit ein Unternehmen für passende Bewerber und Beschäftigte als Arbeitgeber erkennbar und attraktiv wird. Grundlage ist eine belegbare Employer Value Proposition, die über Karriereseite, Stellenanzeigen, Social Media und den Bewerbungsprozess vermittelt wird.
Employer Branding richtet sich an Bewerber und an die eigene Belegschaft, deren Bindung es stärken soll. Ohne eine ehrliche EVP wird es zur Werbekampagne, die Erwartungen weckt, die der Alltag enttäuscht; das zeigt sich in frühen Kündigungen und in Bewertungen auf Arbeitgeberportalen. Messen lässt sich die Wirkung an Bewerbungen pro Stelle, deren Qualität, der Annahmequote von Angeboten und dem Verbleib im ersten Jahr. Die Kennzahlen im Einzelnen: Employer-Branding-KPIs.
Employer Value Proposition (EVP)Employer BrandingDie ehrliche Antwort auf die Frage: Warum sollte jemand gerade hier arbeiten und nicht woanders? Also das, was eine Firma als Arbeitgeber wirklich bietet.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Stadtwerk befragt seine Ingenieurinnen und Ingenieure, warum sie geblieben sind. Die häufigsten Antworten: sichere Stelle, planbare Arbeitszeiten und Projekte mit sichtbarem Nutzen für die Stadt. Daraus formuliert es sein Arbeitgeberversprechen, statt mit Kickertisch und Obstkorb zu werben, die es bei anderen Arbeitgebern auch gibt.
Arbeitgeberversprechen: die Gründe, aus denen eine bestimmte Zielgruppe bei einem Unternehmen arbeiten sollte, etwa Aufgaben, Entwicklung, Vergütung, Kultur oder Flexibilität. Eine tragfähige EVP wird aus Befragungen der Belegschaft abgeleitet und unterscheidet sich erkennbar von Wettbewerbern.
Eine EVP ist ein internes Arbeitspapier. Die Botschaften für Karriereseite und Stellenanzeigen werden daraus abgeleitet. Sie sollte für jede wichtige Zielgruppe geprüft werden, weil Auszubildende andere Gründe haben als erfahrene Fachkräfte. Verspricht sie etwas, das der Alltag nicht hält, führt das zu Enttäuschung und frühen Kündigungen. Wie eine EVP in ein Agenturbriefing einfließt: Employer-Branding-Agentur briefen.
EntgeltabrechnungPayroll-OutsourcingJeden Monat rechnet die Firma aus, was vom Bruttolohn nach Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt, überweist das Geld und gibt allen eine Lohnabrechnung.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEnde Juni rechnet das Lohnbüro eines Pflegeheims für 80 Beschäftigte ab. Es übernimmt die Nachtzuschläge aus dem Dienstplan, zieht Lohnsteuer und Sozialabgaben ab, meldet die Beiträge an die Krankenkassen und stellt jeder Pflegekraft ihre Abrechnung als PDF ins Mitarbeiterportal.
Monatliche Berechnung des Arbeitsentgelts vom Brutto zum Netto einschließlich Lohnsteuer, Sozialversicherungsbeiträgen und sonstiger Abzüge. Beschäftigte haben bei Zahlung Anspruch auf eine Abrechnung in Textform, die Zeitraum und Zusammensetzung des Entgelts ausweist (§ 108 GewO).
Zur Abrechnung gehören auch die Meldungen: Lohnsteuer-Anmeldung beim Finanzamt, Beitragsnachweise an die Krankenkassen und Meldungen zur Sozialversicherung. Die Beiträge sind am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig (§ 23 SGB IV), die Beitragsnachweise müssen zwei Arbeitstage vorher vorliegen (§ 28f SGB IV). Eine neue Abrechnung muss nur ausgestellt werden, wenn sich gegenüber der letzten etwas geändert hat (§ 108 Abs. 2 GewO). Was eine externe Abrechnung kostet, zeigt Kosten Payroll Outsourcing.
EntgelttransparenzRegeln, die dafür sorgen sollen, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden. In größeren Firmen darf man fragen, was Kollegen in vergleichbaren Jobs verdienen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielSachbearbeiterin Yasemin arbeitet in einem Versicherungskonzern mit 1.200 Beschäftigten. Sie fragt in Textform, nach welchen Kriterien ihre Stelle bezahlt wird und was Männer mit vergleichbarer Tätigkeit verdienen. Arbeiten mindestens sechs Männer in solchen Stellen, muss der Arbeitgeber innerhalb von drei Monaten den Median ihres Entgelts nennen.
Regeln, die Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern sichtbar machen. In Deutschland gilt das Entgelttransparenzgesetz mit individuellem Auskunftsanspruch in Betrieben mit in der Regel mehr als 200 Beschäftigten (§ 12 EntgTranspG). Die strengere EU-Richtlinie 2023/970 ist Stand Oktober 2026 nicht umgesetzt.
Die EU-Richtlinie 2023/970 hätte bis 7. Juni 2026 umgesetzt sein müssen. Sie sieht unter anderem Gehaltsangaben vor dem Vorstellungsgespräch, ein Auskunftsrecht unabhängig von der Betriebsgröße und Entgeltberichte ab 100 Beschäftigten vor. Wer schon jetzt Stellen nach nachvollziehbaren Kriterien bewertet und Gehaltsbänder dokumentiert, muss später weniger umstellen. Was mit der Umsetzung der Richtlinie kommt: EU-Entgelttransparenzrichtlinie.
Equal Pay (Zeitarbeit)ZeitarbeitZeitarbeitskräfte sollen grundsätzlich so viel verdienen wie die Festangestellten im Einsatzbetrieb, die dieselbe Arbeit machen. Ein Tarifvertrag darf davon nur für eine begrenzte Zeit abweichen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Leiharbeitnehmer kommissioniert seit Januar bei einem Logistikdienstleister. In den ersten neun Monaten bekommt er den Zeitarbeitstarif, der unter dem Lohn der Stammbelegschaft liegt. Ab Oktober steht ihm das Entgelt eines vergleichbaren Stammbeschäftigten zu. Der Logistiker muss dem Verleiher dafür die Vergütung der Stammkräfte mitteilen.
Gleichstellungsgrundsatz der Arbeitnehmerüberlassung: Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf die wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Entgelts vergleichbarer Stammbeschäftigter des Entleihers. Ein Tarifvertrag darf beim Entgelt abweichen, grundsätzlich aber nur für die ersten neun Monate (§ 8 Abs. 4 AÜG).
Gleichzustellen ist das gesamte Arbeitsentgelt einschließlich Zulagen und Sonderzahlungen, nicht nur der Stundenlohn. Tarifverträge mit Branchenzuschlägen können die Abweichung auf bis zu 15 Monate strecken. EuGH und BAG verlangen, dass ein Tarifvertrag, der vom Equal Pay abweicht, die Nachteile durch Ausgleichsvorteile aufwiegt; das BAG sah das für die Zeitarbeitstarife im Mai 2023 als erfüllt an. Die aktuelle Rechtsprechung von EuGH und BAG fasst der Beitrag Equal Pay in der Zeitarbeit zusammen.
ErfolgshonorarPersonalvermittlungDer Personalvermittler wird nur bezahlt, wenn die Firma wirklich jemanden einstellt, den er vorgeschlagen hat. Klappt es nicht, kostet es in der Regel nichts.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Bauunternehmen sucht eine Bauleiterin mit 75.000 Euro Jahresgehalt. Der Vermittler verlangt 25 Prozent bei Vertragsschluss. Unterschreibt die vorgeschlagene Kandidatin, werden 18.750 Euro fällig. Kündigt sie in der Probezeit, greift je nach Vertrag eine Nachbesetzungsgarantie.
Vergütungsmodell in Personalvermittlung und Personalberatung, bei dem das Honorar erst fällig wird, wenn ein vorgestellter Kandidat einen Arbeitsvertrag unterschreibt. Es wird meist als Prozentsatz des Bruttojahresgehalts berechnet. Ohne Einstellung fallen in der Regel keine Kosten an.
Der Prozentsatz bezieht sich meist auf das vereinbarte Bruttojahresgehalt; ob variable Anteile oder ein Dienstwagen mitzählen, sollte vor dem Auftrag geklärt sein. Weil Vermittler ohne Einstellung leer ausgehen, verteilen sie ihre Zeit auf viele Aufträge und stellen eher schnell verfügbare Kandidaten vor. Für schwer zu besetzende Führungspositionen passt deshalb oft ein Retainer besser. Wann welches Modell passt, klärt der Ratgeber Retainer oder Erfolgshonorar.
Executive SearchExecutive SearchEine spezialisierte Beratung sucht für eine Firma eine Führungskraft. Sie spricht vor allem Menschen an, die gerade gar nicht auf Jobsuche sind. Umgangssprachlich: Headhunter.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Mittelständler aus der Verpackungsindustrie sucht einen neuen Finanzgeschäftsführer, ohne die Suche öffentlich zu machen. Er beauftragt eine Personalberatung exklusiv. Die Berater recherchieren Zielfirmen, sprechen Finanzchefs vertraulich an und stellen nach einigen Wochen eine Shortlist mit drei geprüften Kandidaten vor.
Suche nach Führungskräften und gefragten Spezialisten durch eine Personalberatung, meist exklusiv und auf Retainer-Basis. Kern sind Marktanalyse und Direktansprache von Kandidaten, die nicht aktiv auf Jobsuche sind. Umgangssprachlich heißt der Berater Headhunter.
Von der Personalvermittlung unterscheidet sich Executive Search durch Exklusivität, Retainer-Honorar und eine systematische Recherche des Markts. Viele Beratungen in Deutschland orientieren sich an den Grundsätzen des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU). Wichtig für Auftraggeber ist die Off-Limits-Vereinbarung, die regelt, wie lange die Beratung keine Beschäftigten des Kunden abwerben darf. Mehr dazu im Überblick Executive Search.
FluktuationsquoteWie viele Leute in einem Jahr die Firma verlassen, im Verhältnis zu allen Beschäftigten. Eine hohe Zahl kann ein Warnsignal sein.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Hotel hat im Jahresschnitt 120 Beschäftigte. 18 kündigen selbst, 4 gehen in Rente, bei 6 laufen befristete Verträge aus. Zählt man nur die Eigenkündigungen, liegt die Quote bei 15 Prozent; zählt man alle 28 Abgänge, bei rund 23 Prozent.
Anteil der Beschäftigten, die ein Unternehmen in einem Zeitraum verlassen, bezogen auf den durchschnittlichen Personalbestand. Je nach Formel zählen nur Kündigungen durch Beschäftigte oder alle Abgänge einschließlich Ruhestand und Befristungsende. Vergleiche sind nur bei gleicher Formel aussagekräftig.
Verbreitet sind die BDA-Formel (Abgänge geteilt durch den durchschnittlichen Personalbestand) und die Schlüter-Formel, die Abgänge auf den Anfangsbestand plus Zugänge bezieht. Aussagekräftiger als die Gesamtzahl ist oft die Frühfluktuation, also Abgänge in der Probezeit oder im ersten Jahr, weil sie auf Probleme in Auswahl oder Einarbeitung hinweist. Austrittsgespräche helfen, die Gründe zu verstehen. Welche Kennzahlen für die Arbeitgebermarke taugen: Employer-Branding-KPIs.
Gender Pay GapDer Unterschied zwischen dem, was Frauen und Männer im Durchschnitt pro Stunde verdienen. Ein Teil lässt sich durch Beruf oder Teilzeit erklären, ein Teil bleibt unerklärt.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: In einer Firma verdienen Männer im Schnitt 30 Euro brutto pro Stunde, Frauen 25,50 Euro. Der Abstand von 4,50 Euro entspricht 15 Prozent des Männerverdiensts, das ist der unbereinigte Gap. Rechnet man heraus, dass mehr Frauen in niedriger bezahlten Abteilungen arbeiten, bleibt ein kleinerer bereinigter Rest.
Abstand des durchschnittlichen Bruttostundenverdiensts von Frauen zu dem von Männern, in Prozent des Männerverdiensts. Der unbereinigte Wert vergleicht alle Beschäftigten, der bereinigte rechnet Unterschiede etwa bei Beruf, Branche, Arbeitszeit und Qualifikation heraus. Destatis veröffentlicht beide Werte.
Der bereinigte Wert gilt als Obergrenze für Diskriminierung, weil nicht alle Einflussfaktoren wie Erwerbsunterbrechungen erfasst sind. Für Unternehmen ist der eigene Wert wichtiger als der Bundesdurchschnitt: Er zeigt, ob gleich bewertete Stellen gleich bezahlt werden. Nach der EU-Entgelttransparenzrichtlinie müssen berichtspflichtige Arbeitgeber künftig eine nicht objektiv begründbare Lücke von mindestens 5 Prozent in einer Beschäftigtengruppe gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung bewerten. Was mit der Umsetzung kommt: EU-Entgelttransparenzrichtlinie.
Hochrisiko-KI (Personalbereich)HR-SoftwareKI-Programme, die über Jobs von Menschen mitentscheiden, etwa wer zum Gespräch eingeladen oder wer befördert wird. Für sie gelten in der EU besonders strenge Regeln.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEine Supermarktkette setzt eine Software ein, die Bewerbungen nach Eignung sortiert und der Personalabteilung nur die oberen Ränge anzeigt. Das ist Hochrisiko-KI. Die Kette muss dafür sorgen, dass geschulte Menschen die Ergebnisse prüfen und übersteuern können, die Protokolle aufbewahrt werden und Bewerber sowie Betriebsrat vorab über den Einsatz informiert sind.
KI-Systeme, die nach Anhang III Nr. 4 der KI-Verordnung als hochriskant gelten, etwa zum Filtern von Bewerbungen, Bewerten von Kandidaten, für Entscheidungen über Beförderung oder Kündigung und zur Leistungsüberwachung. Die Betreiberpflichten wie menschliche Aufsicht gelten nach dem Digital Omnibus ab 2. Dezember 2027.
Betreiber müssen das System gemäß der Gebrauchsanweisung einsetzen, eine kompetente menschliche Aufsicht benennen, die Eingabedaten auf Relevanz prüfen, automatisch erzeugte Protokolle mindestens sechs Monate aufbewahren und Beschäftigte vor dem Einsatz am Arbeitsplatz informieren (Art. 26 KI-Verordnung). Wer ein System wesentlich verändert oder unter eigenem Namen anbietet, kann selbst zum Anbieter werden und trägt dann deutlich mehr Pflichten. Daneben schränkt Art. 22 DSGVO Entscheidungen ein, die ausschließlich automatisiert fallen und Personen erheblich beeinträchtigen. Einsatzszenarien und Grenzen im Recruiting: KI im Recruiting.
HöchstüberlassungsdauerZeitarbeitEine Zeitarbeitskraft darf in der Regel höchstens 18 Monate am Stück im selben Betrieb eingesetzt werden. Danach muss sie dort aufhören, oder der Betrieb stellt sie selbst ein.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Leiharbeitnehmer arbeitet seit 1. April 2025 bei einer Spedition. Ende September 2026 sind 18 Monate erreicht. Würde der Einsatz nur zwei Monate unterbrochen und dann fortgesetzt, zählten die alten Monate weiter mit. Erst nach einer Pause von mehr als drei Monaten beginnt die Frist von vorn.
Ein Leiharbeitnehmer darf demselben Entleiher höchstens 18 aufeinanderfolgende Monate überlassen werden (§ 1 Abs. 1b AÜG). Frühere Einsätze beim selben Entleiher zählen mit, wenn zwischen ihnen nicht mehr als drei Monate liegen. Tarifverträge der Einsatzbranche können eine abweichende Dauer festlegen.
Die Frist hängt an der Person und am Entleiher. Die Stelle selbst darf danach ein anderer Leiharbeitnehmer übernehmen. Frühere Einsätze beim selben Entleiher zählen auch dann mit, wenn sie über einen anderen Verleiher liefen. Wird die Frist überschritten, ist der Überlassungsvertrag unwirksam und es entsteht ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher, sofern der Leiharbeitnehmer nicht fristgerecht widerspricht (§ 9 Abs. 1 Nr. 1b, § 10 AÜG). Wie Entleiher die Fristen im Blick behalten: AÜG-Pflichten für Entleiher.
HRIS (Human Resources Information System)HR-SoftwareEin Programm, in dem die Firma alles zu ihren Angestellten verwaltet: Adressen, Verträge, Urlaub, Krankmeldungen und wer zu welchem Team gehört.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Ingenieurbüro mit 70 Leuten führte Urlaubsanträge bisher in Excel und Personalakten im Schrank. Mit einem HRIS beantragen alle ihren Urlaub per App, die Teamleitung genehmigt mit einem Klick, und das Lohnbüro bekommt Änderungen wie eine neue Adresse automatisch für die nächste Abrechnung.
Software, in der Personalstammdaten und zentrale HR-Prozesse verwaltet werden, etwa digitale Personalakte, Abwesenheiten, Organigramm, Zielvereinbarungen und Schnittstellen zur Entgeltabrechnung. In Betrieben mit Betriebsrat ist die Einführung in der Regel mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
Anbieter sprechen auch von HCM, HRMS oder Personalsoftware; die Grenzen sind fließend. Mitbestimmungspflichtig ist die Einführung schon dann, wenn die Software objektiv geeignet ist, Verhalten oder Leistung zu überwachen; ob der Arbeitgeber das beabsichtigt, spielt nach ständiger Rechtsprechung des BAG keine Rolle. Für die gespeicherten Daten braucht es ein Berechtigungs- und Löschkonzept nach DSGVO. Wie der Betriebsrat sinnvoll eingebunden wird: HR-Software und Betriebsrat.
Hybrides ArbeitenMan arbeitet an manchen Tagen im Büro und an anderen von zu Hause oder unterwegs. Wie viele Tage wo, legt jede Firma selbst fest.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEine Krankenkasse vereinbart mit dem Betriebsrat: Beschäftigte in der Verwaltung kommen an zwei festen Teamtagen ins Büro, an den übrigen Tagen dürfen sie mobil arbeiten. Erreichbar sind sie zwischen 9 und 15 Uhr, Laptops stellt die Kasse, und feste Schreibtische gibt es nur noch für Teams mit Publikumsverkehr.
Arbeitsmodell, bei dem Beschäftigte teils im Betrieb, teils an anderen Orten wie zu Hause arbeiten. Rechtlich ist meist mobile Arbeit gemeint, nicht Telearbeit. Die Ausgestaltung mobiler Arbeit, etwa Präsenztage oder Erreichbarkeit, ist in Betrieben mit Betriebsrat mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 14 BetrVG).
Einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice gibt es in Deutschland nicht; die Möglichkeit ergibt sich aus Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Ob mobiles Arbeiten eingeführt wird, entscheidet der Arbeitgeber allein, beim Wie bestimmt der Betriebsrat mit. Arbeitszeitgesetz und Arbeitsschutz gelten auch außerhalb des Büros. Richtet der Arbeitgeber einen festen Arbeitsplatz zu Hause ein, liegt Telearbeit mit zusätzlichen Pflichten aus der Arbeitsstättenverordnung vor. Regeln, Kosten und Studienlage: Hybrides Arbeiten regeln.
Interim ManagementInterim ManagementEine erfahrene Führungskraft kommt für eine begrenzte Zeit von außen in die Firma, etwa wenn jemand plötzlich ausfällt oder ein schwieriges Projekt ansteht, und geht danach wieder.Beispiel und Fachdefinition
BeispielDer Werkleiter eines Kunststoffverarbeiters fällt nach einem Unfall für Monate aus. Über einen Provider kommt innerhalb von zwei Wochen ein Interim Manager, der das Werk führt, bis eine Nachfolge gefunden ist. Er arbeitet selbstständig, rechnet nach Tagessatz ab und übergibt am Ende geordnet an die neue Leitung.
Befristeter Einsatz einer erfahrenen Führungskraft oder eines Spezialisten, um eine Vakanz zu überbrücken, ein Projekt umzusetzen oder eine Krise zu steuern. Interim Manager sind meist selbstständig und werden direkt oder über einen Provider beauftragt; abgerechnet wird überwiegend per Tagessatz.
Weil Interim Manager meist selbstständig oder über eigene Gesellschaften tätig sind, müssen Auftraggeber das Risiko der Scheinselbstständigkeit prüfen, besonders wenn jemand Linienverantwortung übernimmt und fest in die Hierarchie eingebunden ist. Tagessätze hängen von Funktion, Branche und Dauer ab. Ein schriftliches Mandat mit Zielen, Befugnissen und Endtermin erleichtert Einarbeitung und Übergabe. Tagessätze und Budgetplanung behandelt die Seite Kosten im Interim Management.
KalkulationsfaktorZeitarbeitEine Zahl, mit der eine Zeitarbeitsfirma aus dem Stundenlohn ihrer Leute den Preis berechnet, den der Kunde zahlt. Darin stecken alle Nebenkosten und ihr Gewinn.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Staplerfahrer verdient bei seiner Zeitarbeitsfirma 15,50 Euro brutto pro Stunde. Rechnet die Firma mit einem Faktor von 2,0, zahlt das Einsatzunternehmen 31 Euro pro Stunde. Kommt ein Branchenzuschlag hinzu, steigt der Lohn und mit ihm der Preis.
Multiplikator, mit dem ein Personaldienstleister aus dem Bruttostundenlohn eines Leiharbeitnehmers den Verrechnungssatz bildet: Stundenlohn mal Faktor ergibt den Preis je Stunde. Der Faktor enthält Sozialabgaben, Ausfallzeiten, Gemeinkosten und Marge. Er unterscheidet sich je nach Anbieter und Qualifikation.
Im Faktor stecken die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und die Lohnfortzahlung an Urlaubs-, Feier- und Krankheitstagen. Dazu kommen einsatzfreie Zeiten, die Kosten für Verwaltung und Vertrieb sowie der Gewinn. Anbieter müssen diese Bestandteile nicht offenlegen, ein niedriger Faktor sagt deshalb allein wenig. Wichtiger ist, auf welchen Stundenlohn er angewendet wird und ob Zuschläge für Nachtarbeit, Überstunden oder Branchenzuschläge extra berechnet werden. Übliche Spannen mit Quellen stehen auf der Seite Kosten der Zeitarbeit.
KI-Kompetenz (Art. 4 KI-Verordnung)Weiterbildung & LeadershipWer im Job mit KI-Programmen arbeitet, soll verstehen, was sie können, wo sie Fehler machen und worauf man achten muss. Firmen müssen ihren Leuten dabei helfen, das zu lernen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Immobilienverwalter lässt seine Mitarbeitenden Mieteranfragen mit einem KI-Assistenten beantworten. Vorher gibt es eine kurze Schulung: wie man Anfragen formuliert, warum jede Antwort geprüft werden muss und welche Mieterdaten nicht eingegeben werden dürfen. Teilnahme und Inhalte werden dokumentiert.
Pflicht für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihres Personals und weiterer in ihrem Auftrag tätiger Personen zu ergreifen (Art. 4 VO (EU) 2024/1689). Sie gilt seit 2. Februar 2025; der Digital Omnibus (VO (EU) 2026/1744) hat sie zu einer Förderpflicht abgeschwächt.
Art. 4 schreibt weder ein Format noch ein Zertifikat vor; welche Maßnahmen passen, hängt von Vorwissen der Beschäftigten, Einsatzzweck und betroffenen Personen ab. Seit dem Digital Omnibus ist kein bestimmtes ausreichendes Niveau mehr vorgeschrieben, die Pflicht zu Maßnahmen bleibt aber bestehen. Wer Hochrisiko-KI einsetzt, muss die Personen, die das System beaufsichtigen, weiterhin eigens dafür schulen. Interne Nachweise über Schulungen und Leitfäden reichen in der Regel aus. Wie Unternehmen das praktisch umsetzen: KI-Kompetenz aufbauen.
Kirkpatrick-ModellWeiterbildung & LeadershipEin Modell, mit dem man prüft, ob eine Schulung etwas gebracht hat: Hat sie gefallen? Wurde etwas gelernt? Wird es im Job angewendet? Hat es der Firma genützt?Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Autohaus schult seine Verkäufer in Gesprächsführung. Ebene 1: Feedbackbogen am Seminarende. Ebene 2: ein kurzer Test mit typischen Gesprächssituationen. Ebene 3: Die Verkaufsleiterin beobachtet nach acht Wochen echte Kundengespräche. Ebene 4: Das Autohaus vergleicht die Abschlussquote vor und nach der Schulung.
Vier-Ebenen-Modell zur Bewertung von Weiterbildung nach Donald Kirkpatrick: Reaktion der Teilnehmenden, Lernerfolg, Verhalten am Arbeitsplatz und Ergebnisse für die Organisation. Jede Ebene ist schwerer zu messen als die vorherige, sagt aber mehr über die Wirkung aus.
In der Praxis bleibt es oft bei Ebene 1, weil Zufriedenheitsbögen schnell gemacht sind. Ob sich danach Verhalten ändert, verraten gute Bewertungen kaum. Für die Ebenen 3 und 4 sollten Ziele und Messgrößen vor der Maßnahme festgelegt werden, am besten gemeinsam mit den Führungskräften der Teilnehmenden. Jack Phillips hat das Modell um eine fünfte Ebene ergänzt, den Return on Investment. Wie sich Transfer praktisch messen lässt, zeigt Weiterbildung: Transfer messen.
LohnkontoPayroll-OutsourcingFür jede angestellte Person führt die Firma pro Jahr eine Art Akte zum Lohn: Was wurde gezahlt, was an Steuern abgezogen? Das Finanzamt kann sie später prüfen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielBei einer Lohnsteuer-Außenprüfung in einer Bäckerei fragt die Prüferin, warum die Zuschläge für Nachtarbeit eines Bäckers nicht versteuert wurden. Im Lohnkonto sind die steuerfreien Zuschläge getrennt vom übrigen Lohn ausgewiesen, die Stunden lassen sich mit der Zeiterfassung belegen. Damit ist die Steuerfreiheit nachvollziehbar.
Aufzeichnung, die der Arbeitgeber für jeden Beschäftigten und jedes Kalenderjahr am Ort der Betriebsstätte führen muss (§ 41 EStG). Es enthält unter anderem die Lohnsteuerabzugsmerkmale sowie Art und Höhe des Arbeitslohns und der einbehaltenen Lohnsteuer und ist Grundlage der Lohnsteuer-Außenprüfung.
Was genau aufzuzeichnen ist, regeln § 41 EStG und § 4 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung, etwa steuerfreie und pauschal besteuerte Bezüge oder Kurzarbeitergeld. Das Lohnkonto ist bis zum Ablauf des sechsten Kalenderjahrs aufzubewahren, das auf die letzte eingetragene Lohnzahlung folgt. Lagert ein Unternehmen die Abrechnung aus, bleibt es für vollständige Aufzeichnungen verantwortlich. Wann sich Auslagern lohnt: Lohnabrechnung auslagern.
Longlist / ShortlistExecutive SearchZuerst schreibt die Personalberatung alle auf, die für eine Stelle infrage kommen könnten (lange Liste). Nach Gesprächen bleiben nur die wenigen Passendsten übrig (kurze Liste).Beispiel und Fachdefinition
BeispielFür die Suche nach einer Einkaufsleiterin erstellt eine Beratung eine Longlist mit Personen aus rund zwei Dutzend Zielfirmen. Nach ersten Telefonaten ist ein Teil offen für ein Gespräch, nach ausführlichen Interviews bleiben vier auf der Shortlist. Der Auftraggeber trifft nur diese vier und bekommt zu jeder einen schriftlichen Bericht.
Zwei Stufen der Kandidatenauswahl in der Personalberatung. Die Longlist enthält alle nach der Marktrecherche infrage kommenden Personen oder Zielunternehmen. Die Shortlist umfasst die wenigen in Interviews geprüften, wechselbereiten Kandidaten, die dem Auftraggeber vorgestellt werden.
Die Longlist ist ein Arbeitsdokument der Beratung; Auftraggeber sollten sie trotzdem sehen, um Firmen auszuschließen, aus denen nicht abgeworben werden soll, und um zu prüfen, ob der Markt vollständig abgedeckt ist. Die Shortlist zeigt, ob Suchprofil und Gehaltsrahmen zum Markt passen: Bleibt sie dünn, liegt das oft an zu engen Anforderungen. Was ins Suchprofil gehört, damit die Listen passen, steht im Ratgeber Executive-Search-Briefing.
Managed Service Provider (MSP)ZeitarbeitEine Firma, die für ein großes Unternehmen alle externen Arbeitskräfte organisiert: Sie wählt Zeitarbeitsfirmen und Freelancer aus, prüft die Rechnungen und behält den Überblick.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Flugzeugzulieferer arbeitet an fünf Standorten mit vielen Zeitarbeitsfirmen und Freelancern, jeder Standort mit eigenen Preisen. Ein MSP übernimmt die Steuerung: Bedarfe laufen über ein zentrales System, die Lieferanten bekommen einheitliche Konditionen, Rechnungen werden geprüft, und die Überlassungsdauer jedes Leiharbeitnehmers wird überwacht.
Dienstleister, der für ein Unternehmen die Beschaffung und Steuerung externer Arbeitskräfte wie Leiharbeitnehmer und Freelancer übernimmt: Lieferantenauswahl, Bestellprozess, Rechnungsprüfung, Compliance und Reporting, meist gestützt auf ein Vendor-Management-System. Er stellt in der Regel selbst kein Personal.
Man unterscheidet neutrale MSPs, die selbst kein Personal stellen, und Master-Vendor-Modelle, bei denen ein Personaldienstleister den Großteil liefert und weitere Anbieter als Subunternehmer steuert. Die rechtliche Verantwortung als Entleiher, etwa für Höchstüberlassungsdauer und Kennzeichnung der Überlassung, bleibt beim Unternehmen. Weil der MSP eigene Gebühren berechnet, lohnt er sich meist erst bei einem großen Volumen externer Arbeitskräfte. Wie eine Ausschreibung für Personaldienstleister aufgebaut wird, beschreibt der Ratgeber Personaldienstleister ausschreiben.
MentoringBusiness CoachingEine erfahrene Person aus der Firma begleitet eine jüngere über längere Zeit, gibt Tipps aus ihrem eigenen Berufsweg und stellt Kontakte her.Beispiel und Fachdefinition
BeispielBei einem Energieversorger bekommt Nachwuchsingenieurin Aylin für ein Jahr einen Mentor aus einem anderen Bereich, einen langjährigen Abteilungsleiter. Sie treffen sich einmal im Monat. Er erklärt ihr, wie Entscheidungen im Haus tatsächlich fallen, und nimmt sie zu einer Sitzung des Lenkungskreises mit.
Entwicklungsbeziehung, in der eine erfahrenere Person (Mentor) eine weniger erfahrene (Mentee) über längere Zeit mit Wissen, Rat und Kontakten unterstützt. Anders als ein Coach gibt ein Mentor eigene Erfahrung weiter; Mentoring läuft meist unternehmensintern und ohne gesonderte Vergütung.
Mentor und Mentee kommen oft bewusst aus verschiedenen Bereichen, damit sie offen reden können, ohne dass einer der Vorgesetzte des anderen ist. Ziele und Dauer werden vorab festgelegt. Beim Reverse Mentoring kehren sich die Rollen um, etwa wenn Jüngere Führungskräften digitale Werkzeuge erklären. Neben Coaching hat Mentoring gut Platz. Der Unterschied: Mentoren geben ihre eigene Sicht weiter, ein Coach arbeitet mit den Lösungen der gecoachten Person. Wie Unternehmen solche Formate aufsetzen: Coaching im Unternehmen einführen.
Midijob (Übergangsbereich)Payroll-OutsourcingEin Job, bei dem man mehr verdient als im Minijob, aber nicht mehr als 2.000 Euro im Monat. Man zahlt weniger Sozialabgaben als sonst, die Rente wird trotzdem aus dem vollen Lohn berechnet.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel 2026: Jana arbeitet 20 Stunden pro Woche in einer Arztpraxis und verdient 1.300 Euro im Monat. Ihr Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen wird nach einer gesetzlichen Formel aus einem niedrigeren Betrag berechnet, sie zahlt also weniger als bei normaler Beschäftigung. Ihre Rentenansprüche entstehen trotzdem aus den vollen 1.300 Euro.
Beschäftigung mit einem regelmäßigen Entgelt oberhalb der Minijob-Grenze bis 2.000 Euro im Monat (§ 20 Abs. 2 SGB IV). Beschäftigte zahlen dort reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, die zur Obergrenze hin auf den vollen Anteil steigen. Rentenansprüche entstehen trotzdem aus dem tatsächlichen Entgelt.
Der Übergangsbereich beginnt oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze, 2026 also ab 603,01 Euro; die Obergrenze liegt seit Januar 2023 bei 2.000 Euro. Der Arbeitgeberanteil ist am unteren Ende höher als üblich und sinkt bis 2.000 Euro auf den regulären Anteil, die Entlastung kommt also vor allem den Beschäftigten zugute. Bei schwankendem Verdienst ist das regelmäßige Entgelt vorausschauend zu schätzen. Alle Grenzwerte für 2026: Sozialversicherung: Rechengrößen 2026.
MinijobPayroll-OutsourcingEin kleiner Job mit wenig Verdienst, 2026 höchstens 603 Euro im Monat. Die Firma zahlt pauschale Abgaben. Wer sich von der Rentenversicherung befreien lässt, bekommt brutto gleich netto.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel 2026: Student Felix kellnert in einem Café zum Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Damit er die Grenze von 603 Euro nicht überschreitet, kann er höchstens 43 Stunden im Monat arbeiten. Ab Januar 2027 steigen Mindestlohn und Grenze auf 14,60 Euro und 633 Euro, seine mögliche Stundenzahl bleibt bei 43.
Geringfügig entlohnte Beschäftigung, deren regelmäßiger Verdienst die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigt (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV). Die Grenze ist an den Mindestlohn gekoppelt und liegt 2026 bei 603 Euro, ab 2027 bei 633 Euro im Monat. Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale.
Im gewerblichen Minijob zahlt der Arbeitgeber unter anderem Pauschalbeiträge zur Renten- und, bei gesetzlich Versicherten, zur Krankenversicherung sowie meist eine Pauschsteuer von 2 Prozent; für Minijobs im Privathaushalt gelten niedrigere Sätze. Minijobber sind rentenversicherungspflichtig, können sich aber auf Antrag befreien lassen. Ein unvorhersehbares Überschreiten der Grenze ist in höchstens zwei Kalendermonaten eines Zeitjahres unschädlich, wenn der Verdienst dabei höchstens das Doppelte der Grenze erreicht (§ 8 Abs. 1b SGB IV). Zur Kopplung an den Mindestlohn siehe Mindestlohn 2026 und 2027.
Mitbestimmung (Betriebsrat)Bei manchen Themen braucht die Firmenleitung die Zustimmung des Betriebsrats, zum Beispiel bei Arbeitszeiten oder Software, die Mitarbeitende überwachen könnte.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Callcenter will ein Programm einführen, das Gesprächsdauer und Wartezeiten pro Person auswertet. Der Betriebsrat stimmt nicht zu. Die Geschäftsführung darf das Programm deshalb nicht einfach starten. Beide Seiten verhandeln; einigen sie sich nicht, entscheidet eine Einigungsstelle mit einem neutralen Vorsitzenden.
Recht des Betriebsrats, in bestimmten Fragen gleichberechtigt mitzuentscheiden; ohne seine Zustimmung oder einen Spruch der Einigungsstelle darf der Arbeitgeber dort nicht handeln. Der Katalog des § 87 Abs. 1 BetrVG umfasst unter anderem Arbeitszeit, technische Überwachung, Entlohnungsgrundsätze und mobile Arbeit.
Neben der echten Mitbestimmung nach § 87 BetrVG kennt das Gesetz schwächere Beteiligungsrechte wie Unterrichtung, Beratung und Anhörung, etwa bei der Personalplanung (§ 92) oder vor jeder Kündigung (§ 102). Bei Einstellungen und Versetzungen kann der Betriebsrat in Unternehmen mit mehr als 20 wahlberechtigten Beschäftigten die Zustimmung aus bestimmten Gründen verweigern (§ 99). Setzt der Arbeitgeber eine mitbestimmungspflichtige Maßnahme ohne Beteiligung um, kann der Betriebsrat Unterlassung verlangen. Wie das bei Software-Projekten aussieht: HR-Software und Betriebsrat.
Mobile Arbeit vs. TelearbeitTelearbeit heißt: Die Firma richtet zu Hause einen festen Arbeitsplatz ein. Mobile Arbeit heißt: Man arbeitet mit dem Laptop dort, wo es passt, ob zu Hause, im Zug oder im Café.Beispiel und Fachdefinition
BeispielSteuerfachangestellte Nina arbeitet dienstags und donnerstags von zu Hause. Ihr Arbeitgeber hat ihr dort Schreibtisch, Stuhl und Monitor gestellt und die Tage im Vertrag festgelegt: Das ist Telearbeit. Ihr Kollege nimmt nur den Laptop mit und arbeitet mal zu Hause, mal bei seinen Eltern: Das ist mobile Arbeit.
Telearbeit ist ein vom Arbeitgeber fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich der Beschäftigten, mit vereinbarter Wochenarbeitszeit und Dauer (§ 2 Abs. 7 ArbStättV); dafür gilt die Arbeitsstättenverordnung teilweise. Mobile Arbeit ist nicht an einen festen Ort gebunden und fällt nicht darunter.
Der Unterschied hat praktische Folgen: Bei Telearbeit muss der Arbeitgeber den Arbeitsplatz einrichten und bei der erstmaligen Beurteilung der Arbeitsbedingungen prüfen. Bei mobiler Arbeit gelten Arbeitsschutzgesetz und Arbeitszeitgesetz, nicht aber die Ausstattungsvorgaben der Arbeitsstättenverordnung. Seit 2021 besteht bei mobiler Arbeit gesetzlicher Unfallversicherungsschutz im gleichen Umfang wie im Betrieb (§ 8 Abs. 1 Satz 3 SGB VII). Umgangssprachlich heißt beides Homeoffice, in Verträgen sollte das Modell genau benannt sein. Mehr dazu in Hybrides Arbeiten regeln.
New WorkEin Sammelbegriff für Arbeit, die freier und sinnvoller sein soll: flexible Zeiten und Orte, weniger Hierarchie, mehr Mitsprache. Ursprünglich war damit noch viel mehr gemeint.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEine Digitalagentur nennt ihr Modell New Work: Teams entscheiden selbst über ihre Arbeitszeiten, es gibt keine festen Plätze, und Führungsrollen werden auf Zeit gewählt. Ein Hersteller, der nur einen Kickertisch und eine Lounge-Ecke einbaut, benutzt dasselbe Etikett für etwas ganz anderes.
Von Frithjof Bergmann geprägter Begriff für Arbeit, die Menschen als sinnvoll erleben und wirklich tun wollen. Heute dient er meist als Sammelbegriff für flexible Arbeitsorte und -zeiten, flachere Hierarchien, Selbstorganisation und neue Bürokonzepte. Eine einheitliche Definition gibt es nicht.
Bergmann entwickelte das Konzept in den 1970er- und 1980er-Jahren als Antwort auf Automatisierung und drohende Arbeitslosigkeit, unter anderem in der Autostadt Flint. Erwerbsarbeit sollte nur noch einen Teil der Zeit füllen, der Rest der Arbeit gehören, die man „wirklich, wirklich will“. Mit Bürokonzepten hatte das wenig zu tun. Wer den Begriff im Unternehmen verwendet, sollte festlegen, welche Regeln konkret gemeint sind. Herkunft und heutige Bedeutung erklärt New Work: Was ist das?.
OffboardingAlles, was geregelt werden muss, wenn jemand die Firma verlässt: Wissen weitergeben, Laptop zurückgeben, Zugänge sperren, letzte Gehaltsabrechnung und Zeugnis.Beispiel und Fachdefinition
BeispielProjektleiterin Sophie hat zum 31. Mai gekündigt. In ihren letzten Wochen übergibt sie laufende Kundenprojekte an zwei Kollegen und dokumentiert offene Punkte. Am letzten Tag gibt sie Laptop und Zugangskarte ab, die IT sperrt ihre Konten, und im Austrittsgespräch erzählt sie, warum sie geht. Ihr Zeugnis bekommt sie kurz danach.
Geordneter Austrittsprozess beim Ausscheiden von Beschäftigten: Wissensübergabe, Rückgabe von Arbeitsmitteln, Sperren von Zugängen, Abschlussabrechnung und oft ein Austrittsgespräch. Beschäftigte haben bei Beendigung Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis (§ 109 GewO).
Auf Verlangen ist ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen, das auch Leistung und Verhalten beurteilt; es muss klar und wohlwollend formuliert sein. Resturlaub, der wegen der Beendigung nicht mehr genommen werden kann, ist auszuzahlen (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Zugänge sollten zum letzten Arbeitstag gesperrt und personenbezogene Daten nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen gelöscht werden. Trennt sich der Arbeitgeber, gehört oft eine bezahlte Beratung zur Neuorientierung dazu: Outplacement.
OnboardingWie eine Firma neue Leute in den ersten Wochen und Monaten einarbeitet, damit sie sich zurechtfinden, ihre Aufgaben verstehen und im Team ankommen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielAm ersten Tag bei einem Versandhändler findet Logistikplaner Ben Laptop und Zugänge fertig eingerichtet vor. Seine Patin aus dem Nachbarteam zeigt ihm das Lager und geht mittags mit ihm essen. Ein Plan legt fest, was er nach 30, 60 und 90 Tagen können soll, und mit seiner Chefin spricht er jeden Freitag kurz über den Stand.
Prozess, mit dem neue Beschäftigte fachlich, organisatorisch und sozial in ein Unternehmen eingegliedert werden, typischerweise vom ersten Arbeitstag bis zum Ende der Probezeit. Dazu gehören Einarbeitungsplan, feste Ansprechpersonen, technische Zugänge und regelmäßige Feedbackgespräche.
Fachliche Einarbeitung ist nur ein Teil; ebenso wichtig sind Kontakte im Team und klare Erwartungen. Bewährte Bausteine sind ein schriftlicher Einarbeitungsplan, eine Patenperson außerhalb der direkten Linie und ein Gespräch vor Ende der Probezeit. Rechtlich muss der Arbeitgeber einige Vertragsbedingungen wie Entgelt und Arbeitszeit spätestens am ersten Arbeitstag schriftlich nachweisen, seit 2025 unter Bedingungen auch in Textform. Was dabei gilt: Nachweisgesetz und Textform.
OutplacementOutplacementWenn eine Firma sich von jemandem trennt, bezahlt sie eine Beratung, die der Person hilft, einen neuen Job zu finden: Bewerbungsunterlagen, Gesprächstraining, Jobsuche.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Pharmaunternehmen schließt einen Standort. Bereichsleiterin Doris erhält im Aufhebungsvertrag eine mehrmonatige Einzelberatung bei einer Outplacement-Firma, die der Arbeitgeber bezahlt. Ihre Beraterin arbeitet mit ihr an ihrem Profil, bereitet sie auf Interviews vor und unterstützt sie bei der Verhandlung des neuen Vertrags. Für die übrigen Beschäftigten gibt es Gruppenworkshops.
Vom Arbeitgeber finanzierte Beratung, die ausscheidende Beschäftigte bei beruflicher Neuorientierung und Jobsuche unterstützt, als Einzel- oder Gruppenberatung. Sie wird häufig im Aufhebungsvertrag oder Sozialplan vereinbart und ist unter Voraussetzungen lohnsteuerfrei (§ 3 Nr. 19 EStG, gefasst durch das Jahressteuergesetz 2020).
Für Beschäftigte ist die Beratung steuerfrei, solange sie keinen überwiegenden Belohnungscharakter hat (§ 3 Nr. 19 EStG). Einzeloutplacement richtet sich meist an Führungskräfte und läuft über Monate, Gruppenoutplacement findet in Workshops für größere Gruppen statt, etwa im Rahmen eines Sozialplans. Bei größerem Personalabbau kann die Agentur für Arbeit Transfermaßnahmen fördern, in denen ähnliche Leistungen erbracht werden (§ 110 SGB III). Mehr dazu im Überblick Outplacement.
PayrollPayroll-OutsourcingEnglisch für Lohnabrechnung: alles, was dazugehört, damit am Monatsende das richtige Geld aufs Konto kommt und Finanzamt und Krankenkassen ihre Meldungen bekommen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Start-up mit 35 Leuten rechnet die Gehälter bisher selbst mit einer Software ab. Als die Personalreferentin kündigt, gibt es die Payroll an eine Steuerkanzlei ab. Das Start-up meldet monatlich Änderungen wie Neueinstellungen, Krankentage und Boni, die Kanzlei rechnet ab, übermittelt die Meldungen und schickt die Überweisungsdatei.
Englischer Sammelbegriff für die Entgeltabrechnung und alles, was dazugehört: Brutto-Netto-Berechnung, Meldungen an Finanzamt und Sozialversicherung, Auszahlung und Dokumentation. Payroll Outsourcing meint die Auslagerung dieser Aufgaben an einen Dienstleister oder eine Steuerkanzlei.
Payroll Outsourcing reicht vom reinen Rechnen über das Meldewesen bis zur Auszahlung und zur Beantwortung von Rückfragen der Beschäftigten. Für richtige Abzüge und pünktlich gezahlte Beiträge bleibt rechtlich der Arbeitgeber verantwortlich, auch wenn ein Dienstleister rechnet. Den Anbieter wechselt man am einfachsten zum Jahresbeginn, weil dann weniger laufende Jahreswerte zu übernehmen sind. Wann sich Auslagern lohnt, beschreibt Lohnabrechnung auslagern.
PersonalvermittlungPersonalvermittlungEin Vermittler sucht für eine Firma passende Bewerber und schlägt sie vor. Wer eingestellt wird, ist danach ganz normal bei der Firma angestellt.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Ingenieurbüro sucht eine Statikerin und beauftragt einen auf Bauberufe spezialisierten Vermittler. Er stellt drei Kandidatinnen vor, das Büro stellt eine davon direkt ein. Der Vermittler erhält sein Honorar, die Statikerin hat ihren Arbeitsvertrag mit dem Ingenieurbüro.
Dienstleistung, bei der ein Anbieter für ein Unternehmen Kandidaten sucht, vorauswählt und vorstellt, die dann direkt beim Unternehmen angestellt werden. Anders als bei der Zeitarbeit entsteht kein Arbeitsverhältnis mit dem Vermittler. Bezahlt wird meist ein Erfolgshonorar bei Vertragsschluss.
Private Arbeitsvermittlung braucht in Deutschland seit 2002 keine Erlaubnis mehr. Zahlen Arbeitsuchende selbst, ist die Vergütung gesetzlich begrenzt und nur bei Erfolg zulässig (§ 296 SGB III); im Firmenkundengeschäft zahlt in der Regel das Unternehmen. Wichtige Vertragspunkte sind Honorarbasis, Fälligkeit, Nachbesetzungsgarantie und Exklusivität. Bei Try & Hire wird jemand zunächst überlassen und später übernommen, wofür häufig eine Vermittlungsprovision anfällt. Den direkten Vergleich zur Überlassung zieht der Ratgeber Personalvermittlung oder Zeitarbeit.
PreboardingDie Zeit zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag. Die Firma bleibt in Kontakt, erledigt Formalitäten und bereitet alles vor, damit der Start klappt.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin IT-Dienstleister stellt im Februar einen Entwickler ein, der erst am 1. Mai anfangen kann. In der Zwischenzeit erhält er den Personalfragebogen digital, eine Einladung zum Sommerfest und einen Anruf seiner künftigen Teamleiterin. Eine Woche vor dem Start kommt eine Mail mit dem Ablauf des ersten Tages und dem Namen seines Paten.
Phase zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag. Unternehmen nutzen sie, um Kontakt zu halten, Formalitäten wie Personalfragebogen, Arbeitsmittel und Zugänge vorzubereiten und erste Informationen zu Team und Aufgaben zu geben. Ziel ist, Rückzieher vor Arbeitsbeginn zu vermeiden.
Bei langen Kündigungsfristen liegen zwischen Zusage und Start oft mehrere Monate, in denen Gegenangebote des alten Arbeitgebers oder andere Angebote Kandidaten abwerben können. Preboarding sollte freundlich, aber nicht aufdringlich sein. Arbeitsaufgaben vor dem Start sollten unterbleiben, weil das Arbeitsverhältnis noch nicht begonnen hat und eine Vergütung dafür nicht geregelt ist. Wie Bewerbungsprozess und Arbeitgebermarke zusammenhängen: Employer Branding.
Provider (Interim Management)Interim ManagementEine Vermittlungsfirma für Interim Manager. Sie schlägt einer Firma passende Leute vor, schließt die Verträge und bleibt während des Einsatzes Ansprechpartner.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Lebensmittelhersteller braucht kurzfristig eine Leitung für die Lieferkette auf Zeit. Er ruft einen Provider an, der nach wenigen Tagen zwei Interim Manager vorstellt. Der Hersteller schließt den Vertrag mit dem Provider, der wiederum einen Vertrag mit dem gewählten Manager hat. Der Provider rechnet den Tagessatz ab und gibt einen Teil an den Manager weiter.
Vermittler im Interim Management, der einem Unternehmen passende Interim Manager aus seinem Netzwerk vorschlägt, meist den Vertrag mit beiden Seiten schließt und während des Einsatzes Ansprechpartner bleibt. Seine Vergütung ist in der Regel ein Anteil am Tagessatz.
Wie hoch der Anteil des Providers am Tagessatz ist, sehen Auftraggeber oft nicht; nachzufragen hilft beim Vergleich von Angeboten. Laufen die Verträge über den Provider, entsteht ein Dreiecksverhältnis, das bei der Prüfung von Scheinselbstständigkeit und Arbeitnehmerüberlassung mitbedacht werden muss. Viele Provider sind im Arbeitskreis Interim Management Provider (AIMP) organisiert. Worauf es bei der Auswahl ankommt, steht im Ratgeber Interim Manager auswählen.
Psychologische SicherheitWenn sich alle im Team trauen, Fragen zu stellen, Fehler zuzugeben oder zu widersprechen, ohne Angst vor Spott oder Ärger, herrscht psychologische Sicherheit.Beispiel und Fachdefinition
BeispielAuf einer Krankenhausstation fällt einer jungen Pflegekraft auf, dass eine verordnete Medikamentendosis ungewöhnlich hoch ist. Weil die Stationsleitung Rückfragen ausdrücklich begrüßt und niemanden vor anderen bloßstellt, spricht sie den Arzt sofort an. Der Fehler wird korrigiert, bevor das Medikament gegeben wird.
Geteilte Überzeugung in einem Team, dass man zwischenmenschliche Risiken eingehen kann, etwa Fehler zugeben, Fragen stellen oder widersprechen, ohne bloßgestellt oder bestraft zu werden. Amy Edmondson hat das Konzept 1999 für Arbeitsteams eingeführt und empirisch untersucht.
Schon in einer früheren Untersuchung von Krankenhausteams beobachtete Edmondson, dass besser geführte Teams mehr Fehler meldeten. Mehr Fehler machten sie nicht. Sie sprachen nur offener darüber. Bekannt wurde das Konzept vor allem durch Googles Project Aristotle, das es als wichtigsten Faktor erfolgreicher Teams beschrieb. Mit Kuschelkurs hat das wenig zu tun, Leistung zählt weiter. Psychologische Sicherheit ist eher die Voraussetzung dafür, dass ein Team in der Sache offen streiten kann. Was die Forschung zeigt und wie Führungskräfte darauf einwirken: Psychologische Sicherheit.
Quality of HireWie gut sich neue Mitarbeitende tatsächlich machen: Bringen sie gute Leistung, bleiben sie, ist die Führungskraft zufrieden? Daran zeigt sich, ob das Recruiting die Richtigen findet.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Bankhaus bewertet jede Neueinstellung nach zwölf Monaten mit drei gleich gewichteten Werten: Leistungsbeurteilung 80 von 100, Zufriedenheit der Führungskraft 70 von 100 und Verbleib im Unternehmen (ja = 100). Das ergibt rund 83 Punkte. Der Durchschnitt aller Einstellungen eines Jahres ist die Quality of Hire.
Kennzahl für den Beitrag neu eingestellter Beschäftigter, gemessen etwa an Leistungsbeurteilung, Zielerreichung, Verbleib nach einer definierten Frist oder der Zufriedenheit der Führungskraft. Eine einheitliche Formel gibt es nicht; Unternehmen legen Kriterien und Gewichtung selbst fest.
Weil die Kennzahl erst Monate nach der Einstellung feststeht, eignet sie sich für die Rückschau auf Kanäle und Auswahlverfahren, etwa zum Vergleich mehrerer Personalvermittler. Leistungsbeurteilungen sind subjektiv; mehrere Kriterien zu kombinieren, gleicht das teilweise aus. Werden Daten einzelner Beschäftigter ausgewertet, sind Datenschutz und gegebenenfalls die Mitbestimmung des Betriebsrats zu beachten. Wie Kennzahlen im Recruiting zusammenspielen: Employer-Branding-KPIs.
Recruitment Process Outsourcing (RPO)PersonalvermittlungEine Firma gibt ihr Recruiting ganz oder teilweise an einen Dienstleister ab. Der sucht und betreut Bewerber im Namen der Firma, oft für viele Stellen über längere Zeit.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Onlinehändler will innerhalb eines Jahres mehrere hundert Lager- und Servicestellen besetzen. Er beauftragt einen RPO-Anbieter, der Anzeigen schaltet, Bewerbungen sichtet, Telefoninterviews führt und Termine mit den Fachabteilungen koordiniert, alles unter dem Namen und im Bewerbersystem des Händlers. Bezahlt wird eine monatliche Grundgebühr plus ein Betrag pro Einstellung.
Auslagerung des Recruitingprozesses oder großer Teile davon an einen externen Dienstleister, der im Namen des Unternehmens sucht, vorauswählt und Bewerber betreut. Anders als bei der Einzelvermittlung läuft ein RPO-Vertrag meist über einen längeren Zeitraum und viele Stellen.
Man unterscheidet End-to-End-RPO für den gesamten Prozess und Projekt-RPO für einzelne Schritte oder befristete Einstellungswellen. Weil der Dienstleister Bewerberdaten im Auftrag des Unternehmens verarbeitet, braucht es in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO) und klare Vorgaben zu Ton und Arbeitgebermarke. Kennzahlen wie Time to Hire und Quality of Hire gehören in den Vertrag. Einen Überblick über externe Recruiting-Dienstleistungen gibt Personalvermittlung.
RetainerExecutive SearchDie Personalberatung bekommt ihr Honorar in Raten, auch wenn am Ende niemand eingestellt wird. Dafür sucht sie exklusiv und gründlich.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Für eine Geschäftsführerin mit 180.000 Euro Zielgehalt vereinbart eine Holding ein Honorar von 30 Prozent, also 54.000 Euro. Ein Drittel ist bei Auftrag fällig, ein Drittel bei Vorstellung der Shortlist, der Rest bei Vertragsunterschrift. Bricht die Holding die Suche nach der Shortlist ab, hat sie zwei Drittel bezahlt.
Vergütungsmodell der Personalberatung, bei dem das Honorar unabhängig vom Ergebnis in Raten gezahlt wird, typischerweise bei Auftragserteilung, bei Vorlage der Kandidaten und bei Vertragsunterschrift. Es finanziert eine exklusive, systematische Suche und ist im Executive Search üblich.
Retainer-Honorare werden meist als Prozentsatz des Jahreszielgehalts berechnet, oft mit einem Mindesthonorar; manche Beratungen arbeiten mit Festpreisen. Für Auftraggeber sprechen Exklusivität, eine vollständige Marktrecherche und ein Berater, der auch schwierige Suchen zu Ende führt. Vor dem Auftrag sollte geklärt sein, was bei Abbruch, interner Besetzung oder Wegfall der Stelle gilt und wie Nebenkosten abgerechnet werden. Honorarspannen mit Quellen nennt die Seite Was kostet ein Headhunter?.
SachbezugBenefits & BGMStatt mehr Geld gibt die Firma etwas anderes, zum Beispiel einen Einkaufsgutschein oder Essen. Bis 50 Euro im Monat fallen darauf keine Steuern und Abgaben an.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Elektrogroßhändler lädt jeden Monat 50 Euro auf eine Guthabenkarte, mit der seine Beschäftigten in Geschäften der Region einkaufen können. Das Guthaben kommt zusätzlich zum Gehalt und bleibt steuer- und beitragsfrei. Bekäme jemand im selben Monat noch eine Kinokarte für 12 Euro vom Arbeitgeber, wäre die Freigrenze überschritten und der ganze Betrag von 62 Euro steuerpflichtig.
Arbeitslohn in Form von Waren oder Dienstleistungen statt Geld, etwa Gutscheine oder Mahlzeiten. Sachbezüge bis 50 Euro im Monat bleiben steuer- und beitragsfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Gutscheine zählen nur, wenn sie die Kriterien des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllen.
Die 50 Euro sind eine Freigrenze. Anders als bei einem Freibetrag wird bei Überschreiten, auch nur um einen Euro, der gesamte Betrag steuerpflichtig. Gutscheine und Guthabenkarten zählen nur als Sachbezug, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt werden und nur bei einem begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen oder für ein begrenztes Warensortiment einsetzbar sind. Daneben gibt es eigene Regeln, etwa für Aufmerksamkeiten bis 60 Euro zu persönlichen Anlässen wie einem Geburtstag. Alle Freigrenzen und Freibeträge im Überblick: Sachbezüge und Benefits steuerfrei.
ScheinselbstständigkeitInterim ManagementJemand arbeitet offiziell als Freiberufler, wird aber behandelt wie ein Angestellter: feste Zeiten, Anweisungen vom Chef, ein Platz im Team. Rechtlich ist er dann eigentlich angestellt.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Softwareunternehmen beauftragt einen freien Entwickler für zwei Jahre. Er sitzt täglich im Büro, nimmt an allen Teammeetings teil, bekommt seine Aufgaben vom Teamleiter und hat keine anderen Kunden. Bei einer Betriebsprüfung stuft die Rentenversicherung ihn als Beschäftigten ein, und das Unternehmen muss die Sozialversicherungsbeiträge für die zwei Jahre nachzahlen.
Liegt vor, wenn jemand als Selbstständiger beauftragt wird, nach dem Gesamtbild aber abhängig beschäftigt ist, vor allem weisungsgebunden und in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers eingegliedert (§ 7 Abs. 1 SGB IV). Folge sind Beitragsnachzahlungen, bei Vorsatz droht Strafbarkeit (§ 266a StGB).
Es zählt, wie die Zusammenarbeit im Alltag tatsächlich läuft. Der Vertragstext ist dafür nur der Ausgangspunkt. Indizien sind Weisungsgebundenheit, Eingliederung in die Arbeitsabläufe, fehlendes unternehmerisches Risiko und fehlende eigene Betriebsmittel. Die Nachzahlung trägt der Arbeitgeber praktisch allein, weil er den Arbeitnehmeranteil nur bei den nächsten drei Lohnzahlungen nachträglich abziehen darf (§ 28g SGB IV). Rechtssicherheit vorab schafft ein Statusfeststellungsverfahren. Wie Unternehmen das Risiko bei Interim-Einsätzen senken, zeigt Interim Management und Scheinselbstständigkeit.
SperrzeitOutplacementWer seinen Job ohne guten Grund selbst aufgibt, bekommt für eine Weile kein Arbeitslosengeld, meistens für zwölf Wochen.Beispiel und Fachdefinition
BeispielMarketingreferent Daniel unterschreibt einen Aufhebungsvertrag, ohne eine neue Stelle zu haben. Die Agentur für Arbeit verhängt eine Sperrzeit von zwölf Wochen. In dieser Zeit bekommt er kein Arbeitslosengeld, und seine Anspruchsdauer verkürzt sich um mindestens ein Viertel. Hätte ihm sonst eine betriebsbedingte Kündigung zum selben Termin gedroht, hätte er unter Umständen einen wichtigen Grund gehabt.
Zeitraum, in dem der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht, etwa wenn Beschäftigte ihr Arbeitsverhältnis ohne wichtigen Grund selbst lösen oder per Aufhebungsvertrag beenden (§ 159 SGB III). Die Sperrzeit bei Arbeitsaufgabe beträgt regelmäßig zwölf Wochen und verkürzt zugleich die Anspruchsdauer.
Sperrzeiten gibt es auch, wenn jemand eine zumutbare Arbeit ablehnt, eine Maßnahme abbricht oder sich verspätet arbeitsuchend meldet; im letzten Fall dauert sie eine Woche. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, prüft die Agentur im Einzelfall; ein Aufhebungsvertrag mit Abfindung, der eine sonst drohende betriebsbedingte Kündigung zum selben Termin ersetzt, wird nach ihren Fachlichen Weisungen unter bestimmten Bedingungen anerkannt. Arbeitgeber sollten auf das Risiko hinweisen und an die Agentur verweisen, statt selbst eine Einschätzung abzugeben. Wie man das Gespräch vorbereitet: Trennungsgespräch führen.
StatusfeststellungsverfahrenInterim ManagementEin Antrag bei der Rentenversicherung, um verbindlich klären zu lassen, ob jemand wirklich selbstständig arbeitet oder eigentlich angestellt ist.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Maschinenbauer will eine Interim-Projektleiterin für neun Monate beauftragen. Weil sie im Werk eng mit dem Team zusammenarbeiten wird, stellen beide vor Beginn gemeinsam einen Antrag bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung. Wird Selbstständigkeit festgestellt, haben beide Rechtssicherheit; andernfalls lässt sich der Vertrag noch vor dem Start anpassen.
Verfahren bei der Deutschen Rentenversicherung, in dem auf Antrag der Beteiligten geklärt wird, ob eine Tätigkeit abhängige Beschäftigung oder Selbstständigkeit ist (§ 7a SGB IV). Seit April 2022 entscheidet die Clearingstelle über den Erwerbsstatus, nicht mehr gesondert über die Versicherungspflicht.
Seit April 2022 ist eine Entscheidung schon vor Beginn der Tätigkeit möglich (Prognoseentscheidung), ebenso eine Gruppenfeststellung für gleichartige Aufträge. Wird der Antrag innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit gestellt, stimmt die Person zu und ist sie selbst gegen Krankheit und fürs Alter abgesichert, beginnt eine festgestellte Versicherungspflicht erst mit Bekanntgabe der Entscheidung (§ 7a Abs. 5 SGB IV). Für Ehegatten, Lebenspartner und Abkömmlinge des Arbeitgebers sowie für Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH ist das Verfahren bei Anmeldung verpflichtend. Den aktuellen Stand inklusive geplanter Reform beschreibt Statusfeststellung bei Freelancern.
SupervisionBusiness CoachingFachleute besprechen ihre Arbeit regelmäßig mit einer außenstehenden Person: schwierige Fälle, Konflikte im Team oder wie es ihnen selbst damit geht.Beispiel und Fachdefinition
BeispielDas Team einer Jugendhilfe-Einrichtung trifft sich einmal im Monat mit einer externen Supervisorin. Diesmal geht es um einen Jugendlichen, der Betreuer bedroht hat, und um die Frage, warum niemand mehr die Nachtdienste mit ihm übernehmen will. Die Supervisorin hilft, die Sichtweisen zu ordnen und Absprachen zu treffen.
Reflexionsformat, in dem Fachkräfte ihr berufliches Handeln, Fälle und Arbeitsbeziehungen mit einer Supervisorin oder einem Supervisor besprechen. Verbreitet ist sie in sozialen, pädagogischen und therapeutischen Berufen; Coaches nutzen sie zur Qualitätssicherung der eigenen Arbeit.
Supervision gibt es als Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision. Anders als Coaching richtet sie sich stärker auf die fachliche Arbeit mit Klienten, Patienten oder Fällen und auf die Beziehungen im Team. In manchen Berufen ist sie fachlicher Standard oder Teil der Ausbildung, etwa in der Psychotherapie. Ein großer Fachverband in Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching (DGSv). Warum regelmäßige Supervision auch ein Qualitätsmerkmal von Coaches ist, erklärt Business Coach finden.
Time to HireWie lange es dauert, bis jemand, der sich beworben hat, ein Jobangebot annimmt. Ist die Zeit kurz, ist die Firma schnell und verliert seltener gute Leute an andere.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Eine Vertriebsassistentin bewirbt sich am 3. März bei einem Großhändler, hat am 12. März das erste und am 20. März das zweite Gespräch und sagt am 27. März zu. Die Time to Hire beträgt 24 Tage. Die Stelle war schon seit 1. Februar freigegeben, die Time to Fill ist also länger.
Recruiting-Kennzahl für die Zeit zwischen dem ersten Kontakt mit einem Kandidaten, meist dem Bewerbungseingang, und der Annahme des Vertragsangebots. Davon abzugrenzen ist die Time to Fill, die von der Freigabe der Stelle bis zur Besetzung zählt.
Die Kennzahl misst vor allem das Tempo des eigenen Auswahlprozesses: Wartezeiten zwischen Gesprächen, späte Rückmeldungen und Abstimmungsschleifen mit dem Fachbereich. Unternehmen sollten einheitlich festlegen, welche Ereignisse als Start und Ende gelten, sonst sind Werte nicht vergleichbar. Für die Personalplanung eignet sich die Time to Fill besser; bei langen Kündigungsfristen liegt der tatsächliche Arbeitsbeginn oft noch Monate später. Welche Recruiting-Kennzahlen aussagekräftig sind: Employer-Branding-KPIs.
Total RewardsBenefits & BGMAlles, was jemand für seine Arbeit bekommt, zusammengezählt: Gehalt und Bonus, aber auch Altersvorsorge, Zuschüsse, Weiterbildung, flexible Arbeitszeit und Anerkennung.Beispiel und Fachdefinition
BeispielEin Mittelständler kann beim Grundgehalt mit einem Konzern nicht mithalten. Er schickt Bewerberinnen deshalb eine Übersicht: Gehalt, betriebliche Altersversorgung mit Zuschuss, Jobticket, 30 Urlaubstage, ein Weiterbildungsbudget und zwei mobile Tage pro Woche. Erst die Summe zeigt, was die Stelle wert ist.
Gesamtansatz der Vergütung, der neben Grundgehalt und variablen Bestandteilen auch Zusatzleistungen, Altersversorgung, Entwicklungsmöglichkeiten, Flexibilität und Anerkennung einbezieht. Das Konzept stammt aus der US-Vergütungspraxis; der Verband WorldatWork beschreibt es in einem eigenen Modell.
Das Modell von WorldatWork gliedert Total Rewards in Vergütung, Benefits, Wohlbefinden, Entwicklung und Anerkennung. Sichtbar wird der Ansatz oft in einem jährlichen Total-Reward-Statement, das jeder Person ihren Gesamtwert zeigt. Steuerlich lohnt die Prüfung, welche Leistungen begünstigt sind: Bei gleichen Kosten für den Arbeitgeber kommt bei steuerfreien Benefits netto mehr an als bei derselben Summe als Gehalt. Wie viel davon netto ankommt, lässt sich mit dem Benefits-Netto-Rechner prüfen.
Transformationale FührungEine Führungskraft begeistert mit einem Ziel, ist Vorbild, regt zum Mitdenken an und fördert jeden Einzelnen, sodass die Leute mehr geben, als vereinbart ist.Beispiel und Fachdefinition
BeispielDie neue Leiterin einer IT-Abteilung erklärt ihrem Team, wie die Umstellung auf ein neues System den Patientinnen in den Kliniken des Konzerns hilft. Sie fragt nach Ideen, wie sich alte Routinen verbessern lassen, und spricht mit jeder Person über deren Entwicklung. Gleichzeitig vereinbart sie klare Ziele und hält ihre Zusagen ein.
Führungsansatz nach James MacGregor Burns und Bernard Bass, bei dem Führungskräfte Beschäftigte durch Vorbild, eine überzeugende Vision, intellektuelle Anregung und individuelle Förderung zu Leistungen über das Vereinbarte hinaus bewegen. Gegenstück ist die transaktionale Führung über Ziele, Belohnung und Kontrolle.
Bass beschreibt vier Komponenten: idealisierter Einfluss, inspirierende Motivation, intellektuelle Anregung und individuelle Berücksichtigung. Die Meta-Analyse von Judge und Piccolo fand Zusammenhänge mit Zufriedenheit, Motivation und Leistung, zeigte aber auch, dass leistungsabhängige Belohnung als transaktionales Element ähnlich stark mit diesen Ergebnissen zusammenhängt. In der Praxis ergänzen sich beide Stile. Gemessen wird transformationale Führung meist mit dem Multifactor Leadership Questionnaire (MLQ). Welche Führungsansätze empirisch tragen: Führung: Was wirkt.
VerrechnungssatzZeitarbeitDer Stundenpreis, den eine Firma an die Zeitarbeitsfirma zahlt, wenn sie sich Arbeitskräfte ausleiht. Davon zahlt die Zeitarbeitsfirma Lohn, Abgaben und ihre Kosten.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Lagerhelfer bekommt 15,50 Euro brutto pro Stunde. Der Verleiher berechnet dem Kunden 30 Euro pro Stunde. Davon gehen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlte Urlaubs- und Krankheitstage, Verwaltung und der Gewinn ab. Für Nachtarbeit oder Überstunden zahlt der Kunde meist einen Zuschlag auf den Satz.
Stundenpreis, den ein Verleiher dem Entleiher je geleisteter Arbeitsstunde eines Leiharbeitnehmers berechnet. Er deckt das Tarifentgelt, die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlte Ausfallzeiten wie Urlaub und Krankheit, die Verwaltungskosten und den Gewinn des Verleihers.
Ob ein Satz angemessen ist, lässt sich nur zusammen mit dem zugrunde liegenden Stundenlohn beurteilen; ein auffallend günstiger Satz kann bedeuten, dass Zuschläge separat abgerechnet werden oder die Kalkulation kaum Ausfallzeiten deckt. Sätze steigen mit Tariferhöhungen, Branchenzuschlägen und spätestens mit Beginn des Equal Pay, deshalb sollten Verträge Regeln für Preisanpassungen enthalten. Mit dem Verrechnungssatz-Rechner lässt sich ein Angebot grob gegenprüfen.
Vier-Tage-WocheMan arbeitet nur an vier Tagen pro Woche statt an fünf. Entweder arbeitet man insgesamt weniger Stunden, oder man verteilt die gleichen Stunden auf vier längere Tage.Beispiel und Fachdefinition
BeispielRechenbeispiel: Ein Handwerksbetrieb mit 40-Stunden-Woche plant vier Arbeitstage. Variante eins: viermal 10 Stunden bei gleichem Gehalt, freitags frei; das ist die tägliche Höchstgrenze. Variante zwei: viermal 8 Stunden, also 32 Stunden bei gleichem Lohn. Der Betrieb rechnet durch, ob bessere Abläufe die fehlenden Stunden ausgleichen.
Arbeitszeitmodell mit vier statt fünf Arbeitstagen. Zu unterscheiden sind die Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei gleichem Lohn und die Verteilung der bisherigen Stunden auf vier längere Tage. Für die zweite Variante setzt das Arbeitszeitgesetz mit der täglichen Höchstarbeitszeit Grenzen (§ 3 ArbZG).
Nach § 3 ArbZG sind werktäglich acht Stunden erlaubt, bis zu zehn, wenn im Schnitt von sechs Monaten oder 24 Wochen acht Stunden je Werktag nicht überschritten werden; weil der Samstag als Werktag zählt, sind vier Zehn-Stunden-Tage zulässig. Der Urlaubsanspruch wird auf vier Arbeitstage umgerechnet, etwa 24 statt 30 Tage, die Zahl freier Wochen bleibt gleich. Pilotstudien beruhen meist auf freiwillig teilnehmenden Unternehmen, was ihre Übertragbarkeit einschränkt. Was Pilotstudien gezeigt haben: Vier-Tage-Woche: Studien.