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Executive Search: Ablauf, Kosten und Auswahl einer Personalberatung

Von Max Braunleder · Aktualisiert am

Quelle: BDU 2026
KostenØ 27,5 % vom ZieleinkommenExecutive Search Kosten 2026: Honorar, Retainer, Nebenkosten →

Im Schnitt 27,5 Prozent des Zieleinkommens kostete eine Executive-Search-Suche 2024 laut BDU, bei einer Position mit 180.000 Euro also rund 50.000 Euro. Dafür sucht eine Personalberatung für Führungs- und Schlüsselpositionen geeignete Personen heraus und spricht sie direkt an.

Umgangssprachlich heißt das „Headhunter“. Die meisten Kandidaten, um die es geht, suchen gar nicht aktiv. Auf Stellenanzeigen reagieren sie nicht. Für ein gut begründetes Angebot sind sie trotzdem offen.

Groß ist der Markt nicht. Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) setzten Personalberatungen in Deutschland 2025 rund 2,7 Milliarden Euro um, 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2026 erwartet die Branche 2,77 Milliarden Euro. Am Markt waren 1.975 Beratungen mit rund 14.225 Beschäftigten tätig. 79 Prozent des Umsatzes entfallen auf Executive Search.

GrafikDer Personalberatungsmarkt in Deutschland
Der Personalberatungsmarkt in Deutschland
Umsatz 2025rund 2,7 Mrd. €
Personalberatungen1.975
Beschäftigterund 14.225
des Umsatzes mit Executive Search79 %

Quelle: BDU 2026

Was eine Executive-Search-Beratung macht: sechs Schritte nach GoPB

Die Beratung übernimmt die ganze Suche, von der Klärung des Profils bis zur Vertragsunterschrift. Die Grundsätze des BDU für Personalberatungen (GoPB) beschreiben den Ablauf in sechs Schritten.

GrafikSo läuft eine Executive-Search-Suche ab
So läuft eine Executive-Search-Suche ab
1. AuftragsklärungProfil, Markt, Kultur, Vergütung
2. Methode und Honorarschriftlich festgelegt
3. Research und AnspracheZielunternehmen, vertrauliche Direktansprache
4. AuswahlInterviews, ggf. Testverfahren
5. Bericht und ShortlistEinschätzung zu jedem Kandidaten
6. Referenzen und AbschlussVerhandlung und Onboarding
  1. Zuerst klären Sie gemeinsam Stellenbeschreibung, Anforderungsprofil, Marktlage, Unternehmenskultur und Vergütungsrahmen. Sie benennen auch Unternehmen, in denen nicht angesprochen werden darf.
  2. Sie erhalten schriftlich, wie gesucht wird (Direktansprache, Datenbank- und Social-Media-Recherche, Anzeige, digitale Werkzeuge) und wie das Honorar gestaltet ist.
  3. Die Beratung recherchiert Zielunternehmen und Personen und spricht sie vertraulich an.
  4. Es folgt die Auswahl mit Interviews, bei Bedarf Testverfahren und einer Plausibilitätsprüfung der Unterlagen.
  5. Über empfohlene Kandidaten bekommen Sie vertrauliche Berichte mit einer Einschätzung, wie weit sie das Profil erfüllen.
  6. Referenzen holt die Beratung nur mit Zustimmung der Kandidaten ein. Sie begleitet dann Verhandlung und Onboarding.

Wie Sie diesen Prozess als Auftraggeber steuern, beschreibt der Ratgeber Executive-Search-Mandat: Briefing, Longlist, Steuerung.

Was Executive Search kostet: Honorar in Prozent vom Zieleinkommen

Das Honorar richtet sich meist nach dem Zieleinkommen der Position. Laut BDU lag es 2024 im Schnitt bei 27,5 Prozent des Zieleinkommens, nach 28 Prozent im Jahr davor. Die Grundsätze des Verbands sehen vor, dass das Honorar nach Leistungs- oder Zeitfortschritt anteilig berechnet wird. Eine erste Rate wird mit der Auftragserteilung fällig. Bei einem Zieleinkommen von 180.000 Euro landen Sie also bei rund 50.000 Euro Honorar, zuzüglich Nebenkosten und Umsatzsteuer.

Alle Honorarmodelle, Pauschalen und eine Beispielrechnung finden Sie auf der Seite Executive Search Kosten. Wann sich ein Retainer gegenüber einem reinen Erfolgshonorar rechnet, vergleicht der Ratgeber Retainer vs. Erfolgshonorar.

Wann sich Executive Search lohnt und wann Personalvermittlung passt

Executive Search lohnt sich, wenn die Position selten, vertraulich oder strategisch bedeutsam ist und der Kandidatenmarkt nicht auf Anzeigen reagiert. Typische Fälle:

Der BDU beschreibt den Schwerpunkt der Mandate im Gehaltsband von 100.000 bis 250.000 Euro. Positionen unter 100.000 Euro spielen nur eine geringe Rolle. Wir würden für Fachkräfte und das mittlere Management deshalb zuerst eine Personalvermittlung prüfen, weil dort meist erst bei Erfolg gezahlt wird.

KriteriumExecutive SearchPersonalvermittlung
ZielgruppeFührungs- und SchlüsselpositionenFach- und Führungskräfte, oft operativ
Suchwegüberwiegend DirektanspracheBewerberpool, Anzeigen, Direktansprache
AuftragExklusivauftragoft parallel mehrere Vermittler
Honorarin Raten nach Fortschritt (Retainer)meist nur bei Erfolg
Diskretionhoch, Unternehmen oft anonymvariiert

Woran Sie eine seriöse Personalberatung erkennen: sechs Prüfpunkte

Eine seriöse Beratung klärt Profil, Markt und Honorar schriftlich, bevor sie sucht, und sagt Ihnen offen, wenn Anforderungen unrealistisch sind. Die GoPB verpflichten BDU-Mitglieder ausdrücklich dazu, auf unrealistische Anforderungen hinzuweisen und keine Mandate anzunehmen, deren Erfolg unwahrscheinlich ist.

Fragen Sie im Erstgespräch nach diesen sechs Punkten:

  1. Welche vergleichbaren Positionen hat die Beratung in den letzten zwei Jahren besetzt? Lassen Sie sich Beispiele ohne Namen nennen.
  2. Führt der Partner aus dem Erstgespräch das Mandat selbst, oder geht es an Research-Mitarbeiter?
  3. Aus welchen Unternehmen darf die Beratung wegen Klientenschutz für andere Kunden nicht abwerben? Je größer die Beratung, desto länger kann diese Off-limits-Liste sein.
  4. Wie entsteht die Longlist, wie oft berichtet die Beratung, und welche Diagnostik setzt sie ein?
  5. Was sieht der Vertragsentwurf zu Ratenplan, Nebenkosten, Abbruch, Nachbesetzung und Klientenschutz vor?
  6. Welche KI-Werkzeuge nutzt die Beratung, und wer bewertet die Ergebnisse? Die überarbeiteten GoPB von 2025 enthalten dazu Regeln, ebenso zum Datenschutz.

Sechs übliche Vertragspunkte

Die GoPB nennen mehrere Punkte, die Sie im Vertrag wiederfinden sollten.

VertragspunktWas die GoPB vorsehen
ExklusivauftragBDU-Beratungen arbeiten grundsätzlich exklusiv, damit niemand doppelt angesprochen wird
Honoraranpassungändert sich das Suchprofil wesentlich, wird das Honorar angepasst
Abbruchbricht das Unternehmen ab, ist der noch nicht abgerechnete Aufwand zu vergüten
Mehrfacheinstellungstellen Sie mehr als einen Kandidaten aus der Suche ein, sind auch diese Einstellungen in der Regel honorarpflichtig
Klientenschutzplatzierte Personen werden später nicht wieder abgeworben, je nach vereinbartem Umfang
Nachbesetzungverlässt die Person das Unternehmen in der Probezeit, sucht die Beratung erneut. Ausgenommen sind etwa Wegfall der Stelle, Führungswechsel oder Insolvenz

Wie lange eine Suche dauert: drei bis vier Monate plus Kündigungsfrist

Planen Sie mit drei bis vier Monaten bis zur Vertragsunterschrift. Eine BDU-Studie von 2022 nannte im Schnitt 12,2 Wochen bis zur Besetzung, damals sprachen Beratungen pro Auftrag rund 110 Personen an. Neuere Zahlen zur Suchdauer finden sich in den frei zugänglichen BDU-Veröffentlichungen nicht. Dazu kommt die Kündigungsfrist der neuen Führungskraft. Je nach Vertrag sind das mehrere Monate.

GrafikWas eine Suche kostet und wie lange sie dauert
Was eine Suche kostet und wie lange sie dauert
Honorar vom Zieleinkommen (2024)Ø 27,5 %
bis zur Besetzung (2022)12,2 Wochen
angesprochene Personen pro Auftrag (2022)rund 110

Quelle: BDU (Honorar 2024, Studie 2022)

Ist die Position akut verwaist, kann ein Interim Manager die Lücke bis zum Antritt schließen. Mehr dazu im Bereich Interim Management.

Zum Merken

Rechnen Sie das Honorar vorab auf das Zieleinkommen um und lassen Sie Ratenplan, Abbruch und Nachbesetzung schriftlich regeln.

Nächste Schritte

Als Nächstes Honorarmodelle, Pauschalen und eine Beispielrechnung für die Suche nach Führungskräften

Anbieter im Überblick: Executive Search

Unabhängige Analysen mit Bewertungen von Drittportalen, alphabetisch sortiert.

Best Practices: Executive Search

Recht: was sich für Executive Search ändert

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Executive Search und Personalvermittlung?

Executive Search arbeitet im Exklusivauftrag, spricht Kandidaten aktiv an und wird in Raten nach Projektfortschritt bezahlt. Personalvermittlung stellt meist Bewerber aus dem eigenen Pool vor und rechnet erst bei erfolgreicher Einstellung ab.

Ab welchem Gehalt lohnt sich Executive Search?

Der BDU sieht den Schwerpunkt der Mandate bei Positionen mit 100.000 bis 250.000 Euro Jahresgehalt; unter 100.000 Euro spielen Mandate nur eine geringe Rolle. Darunter ist eine Personalvermittlung oft wirtschaftlicher.

Wie lange dauert eine Executive-Search-Suche?

Eine BDU-Erhebung von 2022 nannte im Schnitt 12,2 Wochen bis zur Besetzung. Rechnen Sie bei Führungspositionen mit Kündigungsfrist zusätzlich mehrere Monate bis zum Arbeitsantritt.

Darf ich mehrere Personalberatungen parallel beauftragen?

BDU-Mitglieder arbeiten laut ihren Grundsätzen grundsätzlich im Exklusivauftrag. Parallele Mandate führen zu Doppelansprachen derselben Kandidaten und schaden dem Ruf des Unternehmens im Markt.

Was passiert, wenn die neue Führungskraft in der Probezeit geht?

Üblich ist eine Nachbesetzungszusage, wenn die Person in der Probezeit ausscheidet. Ausgenommen sind Fälle, die der Berater nicht verantwortet, etwa der Wegfall der Stelle.

Quellen

  1. BDU: Vorsichtige Trendwende im Personalberatungsmarkt (17.04.2026)
  2. BDU: Personalberatungsbranche prognostiziert 2,78 Mrd. Euro in 2025 (27.08.2025)
  3. BDU: Grundsätze ordnungsgemäßer und qualifizierter Personalberatung (GoPB)
  4. consulting.de: BDU veröffentlicht überarbeitete Leitlinie für Personalberatungen (26.03.2025)
  5. Haufe: Personalberater so gefragt wie nie (BDU-Studie 2022)
So zitieren Sie diesen Beitrag

Max Braunleder (2026): Executive Search: Ablauf, Kosten und Auswahl einer Personalberatung. peoplepleaser, Stand 05. Oktober 2026. https://peoplepleaser.io/executive-search/

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Max Braunleder

Herausgeber von peoplepleaser

Wirtschaftspsychologe und BDVT-zertifizierter Trainer. Arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von People, Führung und Wachstum.

Interessenkonflikt: Max Braunleder arbeitet für die TAM Akademie, einen Anbieter in der Kategorie Weiterbildung & Leadership. Die TAM Akademie wird auf peoplepleaser nicht bevorzugt.